Aufbau nach verheerendem Brand

Volker Münch

Von Volker Münch

So, 18. Juli 2021

Müllheim

In Müllheim soll ein Haus für Soziales genutzt werden.

Vor beinahe genau vier Jahren, exakt am 12. Juli 2017, hat eine riesige Rauchwolke über der Müllheimer Innenstadt gestanden. In einem Haus in der Krafftgasse war ein Feuer ausgebrochen. Jetzt soll das Gebäude, das zur Hälfte niederbrannte, wieder aufgebaut werden. Dort soll mit "Start e.V." eine sozialtherapeutische Einrichtung einziehen. Der Bauausschuss des Müllheimer Gemeinderates stimmte dem Bauantrag zu.

Der Brand in dem kleinen Gebäude in der Krafftgasse entwickelte sich rasant – vor allem im Ober- und Dachgeschoss. Für die Feuerwehr war es ein kniffliger Einsatz: Weil in diesem Bereich der Innenstadt die Bebauung sehr eng ist, drohte ein Übergreifen auf benachbarte Häuser und die komplette Vernichtung des Brandobjektes. Den Wehrleuten gelang es damals aber, sowohl ein Übergreifen auf andere Gebäude zu verhindern als auch einen nicht unerheblichen Teil des brennenden Hauses vor der völligen Zerstörung zu retten. Der Einsatz scheint sich gelohnt zu haben, soll doch auf den geretteten Gebäudeteilen, die in den vergangenen Jahren provisorisch abgedeckt waren, das Haus wieder aufgebaut werden. Dazu gab der Bauausschuss nun grünes Licht.

In das Gebäude will unter anderem Start e.V. einziehen. Der Verein, Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband und im Dachverband Gemeindepsychiatrie, bietet mit der ambulanten Wohnbegleitung eine wichtige sozialtherapeutische Dienstleistung, mit der in Müllheim und Umgebung Menschen mit einer psychischen Erkrankung mit Hilfe einer individuellen Betreuung der Weg in die Selbständigkeit in einer eigenen Wohnung geebnet wird.

Die sozialtherapeutische Einrichtung hat zurzeit ihr Büro in der Müllheimer Goethestraße. Start e.V. ist mit anderen Hilfsorganisationen im Landkreis gut vernetzt.

Das künftige "Dr.-Elke-Meier-Haus" soll nach dem Wiederaufbau einen separat erschlossenen Begegnungsraum im Kellergeschoss erhalten, Büros im Erdgeschoss und im Dachgeschoss, wo auch eine Zweizimmerwohnung entstehen wird. Damit erfüllt das Projekt auch die Vorgaben des geltenden Bebauungsplans "Stadtmitte", der eine 50-prozentige Nutzung des Raumangebotes für Wohnzwecke vorsieht.

Der Bauantrag umfasst die Errichtung eines neuen Daches mit Schleppgauben in westlicher Richtung. Ein bestehender Anbau im nordwestlichen Grundstücksbereich soll teilweise rückgebaut werden.