Afrika

Die Kornkammer der Zukunft

Johannes Dieterich

Von Johannes Dieterich

Do, 10. Februar 2011

Ausland

Ausländische Staaten und Unternehmen kaufen in Afrika in großem Stil Ackerland auf – die einheimischen Bauern haben bislang das Nachsehen.

Georgette Foures Hütte steht nicht mehr. Auch von den anderen Häuschen in Kolongo sind nur noch Fundamente auszumachen: Der Rest des Bauerndorfes ist einem 30 Meter breiten, ganz in Beton gefassten Kanal gewichen. Kolongo hatte das Pech, genau auf der Linie zu liegen, die libysche Finanziers und chinesische Baumeister vom Niger-Fluss aus 40 Kilometer weit durch die Reiskammer des westafrikanischen Staates Mali gezogen haben: Das Dorf fiel, wie der wenige Kilometer entfernt gelegene Friedhof, einem gigantischen Agrarprojekt zum Opfer.

"Wie würden Sie sich fühlen, wenn eines Morgens jemand in Ihrem Garten auftauchte und alles platt machte?", schimpft Witwe Foure. "Ich kann es immer noch nicht fassen." Der mehr als 50 Millionen US-Dollar teure Kanal – einer der größten künstlichen Wasserwege Afrikas – soll bald 100 000 Hektar Anbaufläche bewässern, ein Gebiet größer als die Stadt Berlin. Das Land wurde der malisch-libyschen Entwicklungsgesellschaft Malibya für ...

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