USA

Kapitaler Wandel in Washington

Petra Krimphove

Von Petra Krimphove

Sa, 14. August 2010

Ausland

Gefährlich, langweilig, hässlich: Washingtons Ruf war lange schlecht. Doch seit Obama regiert, ist Amerikas Hauptstadt beliebter denn je.

Als David Sprindzunas im Sommer 1995 seine Kisten packte, um von Washington D.C. nach New York zu ziehen, schwor er, niemals zurückzukehren. "Ich hatte meinen Collegeabschluss in der Tasche und wollte nur noch weg. Washington war so schrecklich eng und provinziell", erinnert sich der heute 37-Jährige. "Die Leute haben sich kaum aus ihren Vierteln heraus bewegt, das Nachtleben war langweilig und viele Gegenden der Stadt waren viel zu gefährlich, um dort auszugehen." Doch sechs Jahre später, im Jahr 2001, brach David seinen Schwur und kehrte wegen eines attraktiven Jobs zurück an das Ufer des Potomac. Er war erstaunt: "Ich kam in eine andere Stadt: Das war nicht mehr das Washington, das ich kannte."

Heute lebt der Immobilienmakler gerne und gut in der US-amerikanischen Hauptstadt. Gerne, "weil es viel lebendiger und interessanter ist als damals", wie er sagt. Gut, weil der District of Columbia (D.C.), mit dem sich Washingtons Stadtgrenzen decken, von der Immobilienkrise der vergangenen Jahre zwar gestreift, aber nicht voll erwischt wurde. Die gigantische Politik- und Lobbymaschine rund um Weißes Haus und Kapitol ist ein verlässlicher Arbeitgeber für die Bewohner der Stadt. Viele von ihnen kommen und gehen mit den Regierungen, die Nachfrage nach interessanten Immobilien reißt daher nicht ab. Auch Barack Obamas Einzug ins Weiße Haus hat dem Image der Stadt gut getan. "Washington wird als Lebens- und Arbeitsort immer begehrter", resümiert David Sprindzunas. Für ihn als Immobilienmakler ist das natürlich eine erfreuliche Entwicklung.

Statt der Texas-Connection von Obama-Vorgänger George W. Bush, die am liebsten im Steakhaus im Regierungsviertels den Abend früh ausklingen ließ, ist die Hauptstadt nun von jungen ehrgeizigen Idealisten bevölkert, die hart arbeiten und ebenso intensiv feiern. Etliche von ihnen haben Barack Obama während seiner Präsidentschaftskampagne in allen Teilen des Landes unterstützt, haben bei Minusgraden und mit wenig Schlaf Veranstaltungen organisiert und Wähler motiviert. Monatelang, Tag für ...

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