Paris will vorerst keine Akw bauen

afp

Von afp

Fr, 10. Januar 2020

Ausland

Umweltministerin legt sich fest.

PARIS (AFP). Frankreich verzichtet vorerst auf den Bau neuer Atomreaktoren: Umweltministerin Elisabeth Borne kündigte am Mittwochabend bei einer Anhörung in der Pariser Nationalversammlung an, die Entscheidung sei auf frühestens Ende 2022 verschoben. Das ist nach der ersten Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron. Bis dahin soll nach ihren Worten auch ein Umstieg auf erneuerbare Energien geprüft werden.

Die Regierung will nach den Worten der Umweltministerin die Inbetriebnahme des neuen Druckwasserreaktors im nordfranzösischen Flamanville abwarten, die sich wegen Baumängeln und massiver Sicherheitsbedenken der Atomaufsicht immer weiter verzögert hat. Sie ist laut dem Betreiber EdF frühestens Ende 2022 möglich, zehn Jahre nach dem ursprünglich geplanten Betriebsstart. Ursprünglich sah die Regierung den Bau von bis zu sechs neuen Reaktoren vom Typ Flamanville vor. Denkbar sei, langfristig "Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen" zu beziehen, sagte Borne. Frankreich bezieht rund drei Viertel seines Stromverbrauchs aus der Atomenergie.