Auto-Kabel streicht 20 Prozent der Jobs

Gerald Nill

Von Gerald Nill

Do, 06. August 2020

Wirtschaft

Krise belastet Elektrik-Spezialist.

. Der Autozulieferer Auto-Kabel aus Hausen im Wiesental leidet unter der Krise in der Autoindustrie. Binnen eines Jahres ist die Belegschaft um 20 Prozent auf jetzt noch 2800 Mitarbeiter geschrumpft. Das teilte Geschäftsführer Markus Bolz auf Anfrage mit. Am Stammsitz in Hausen arbeiten demnach noch 280 Beschäftigte. Der Personalabbau sei überwiegend dadurch bewerkstelligt worden, dass frei werdende Stellen nicht wieder besetzt wurden, so Bolz: "Kündigungen bewegten sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich."

Auto-Kabel produziert ein Spektrum von Teilen für die Stromversorgung im Auto. Neben dem Stammsitz im Wiesental hat der Autozulieferer Werke in Frankreich, der Schweiz, Tschechien, den USA, Mexiko, Serbien und China.

Nach den Worten von Geschäftsführer Bolz steckt Auto-Kabel nicht erst seit der Corona-Krise in Schwierigkeiten. Nach einem guten Jahr 2018 seien die Bestellungen der Autobauer seit Mitte 2019 rückläufig. Die Corona-Krise kommt jetzt noch dazu. Man arbeite in der Fertigung kurz, das werde noch bis Ende September so bleiben. Bolz rechnet nicht damit, dass sich die Nachfrage schnell wieder erholt. "Wir gehen jetzt davon aus, dass wir das hohe Niveau von 2018 nicht mehr erreichen." Die Markterholung werde drei bis fünf Jahre dauern. Große Hoffnungen setzt Bolz in die Elektromobilität: "Das ist ein extremer Wachstumsmarkt."

Auto-Kabel hat nach den Unterlagen im elektronischen Bundesanzeiger im Geschäftsjahr 2018/2019 (1. Februar bis 31. Januar) rund 345 Millionen Euro umgesetzt und einen Jahresüberschuss von 16,2 Millionen Euro erzielt.