Das Feuer auf Rädern

Frank Thomas Uhrig

Von Frank Thomas Uhrig

Sa, 29. Januar 2011

Auto & Mobilität

Vor 125 Jahren erfand Carl Benz das Automobil und veränderte damit das Gesicht der Welt grundlegend.

War ihm klar, was er tat? Wusste der Mannheimer Erfinder Carl Benz, welche Lawine er lostreten würde mit seinem "Fahrzeug mit Gasmotorenantrieb", für das er heute vor 125 Jahren, am 29. Januar 1886, den Patentantrag stellte? Wohl kaum. Sicher hat sich der badische Ingenieur und Tüftler gefreut, dass er der Erste war und den in Stuttgart an seinem Reitwagen werkelnden Gottlieb Daimler abgehängt hatte. Ebenso sicher war er sich jedoch darüber im Unklaren, dass seine Erfindung der Welt ihren Stempel aufdrücken würde wie kaum jemals eine zuvor in der Menschheitsgeschichte – sieht man von der Nutzbarmachung des Feuers ab.

Und wie das Feuer, so ist auch das Automobil in seiner Wirkung ambivalent: Während der ersten rund 90 Jahre seiner Geschichte war sein Nutzwert vollkommen unstrittig und trieb Stadtplaner und ganze Gesellschaften zu den merkwürdigsten Blüten wie zum Beispiel der autogerechten Stadt. In den vergangenen 30 Jahren kühlte die Liebe der Menschen – zumindest in Deutschland – zu ihrem fahrbaren Untersatz merklich ab. Mehr und mehr rückte die Erkenntnis in den Mittelpunkt, dass das Automobil nicht nur gibt, sondern auch nimmt, dass es in seiner traditionellen Konstruktion keine Zukunft mehr hat.

Der Mensch ist von Natur aus weniger schnell als der Gepard, und er kann deutlich weniger Lasten bewegen als ein Elefant. Um seine körperlichen Defizite auszugleichen, war der Mensch immer auf seine Intelligenz angewiesen. Also zähmte er das Pferd, um sich auf dessen Rücken von A nach B tragen zu lassen. Oder er benutzte Ochsen, um den Pflug durch den Acker zu ziehen. Im vierten Jahrtausend vor Christus erfanden mehrere Angehörige der Spezies Homo Sapiens mehr oder weniger gleichzeitig das Rad und machten es damit möglich, Menschen und Waren zu transportieren. Bei Licht besehen, stagnierte die Entwicklung danach mehrere ...

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