"AWO kämpft für Gerechtigkeit"

Heiner Fabry

Von Heiner Fabry

Di, 23. Juli 2019

Maulburg

Ortsverband Maulburg feiert hundertjähriges Bestehen .

MAULBURG. "Seit etwa hundert Jahren kämpft die Arbeiterwohlfahrt für Gerechtigkeit und Solidarität, für Vielfalt und Frauenrechte und für ein menschenwürdiges Leben" – darauf wies Bürgermeister Jürgen Multner in seinem Grußwort hin anlässlich der Jubiläumsfeier des Ortsvereins Maulburg.

Ina Pietschmann, die Leiterin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Maulburg, begrüßte die großen und kleinen Gäste, die sich zum Familienfest hinter der Alemannenhalle eingefunden hatten. Auf dem weitläufigen Gelände hatte das Dorfstübli ein Zirkuszelt aufgebaut, in dem die Kinder sich in Zirkusübungen versuchen und akrobatischen Übungen erproben konnten. Die Bastelfrauen zeigten ihre Werke, das Rote Kreuz war mit der Bärenklinik und Kinderschminken vertreten. Bewirtet wurden die Gäste von Ehrenamtlichen des Ski-Clubs.

In seinem Grußwort bezeichnete der Bürgermeister die AWO als "Kind der SPD", das im Jahr 1919 gegründet wurde. Das gelte wohl auch für Maulburg, wo schon 1904 die Sozialdemokraten organisiert waren. "Da aus dieser Zeit keine Unterlagen mehr vorhanden sind, kann das Gründungsjahr nicht mehr exakt angegeben werden", berichtete Multner. Was die AWO auszeichne, beschrieb der Bürgermeister mit einem Zitat des Bundesverbandes: "Gegründet wurde die AWO von der Sozialdemokratin Marie Juchacz, die als erste Frau vor der Weimarer Nationalversammlung mit großem Engagement für Frauenrechte, Menschenwürde, Gerechtigkeit und Solidarität und gegen eine diskriminierende Armenfürsorge eingetreten war", so Multner. Auch in Maulburg übernehme die AWO eine große Verantwortung, ermögliche soziale Begegnungen, vermittle Schülerinnen und Schülern soziale Kompetenzen, besuche ehemalige Bürger in Pflegeheimen und unterstütze wichtige soziale Einrichtungen – alles ehrenamtlich in der Freizeit. Der Bürgermeister würdigte die große Leistung der Ehrenamtlichen und überreichte einen Scheck zum Geburtstag.

Bruno Sahner, als Vertreter der Maulburger Vereine, erinnerte daran, dass die AWO in den 1950er Jahren ein Haus in Herrischried gekauft hat, in dem Familien mit ihren Kindern ihre Ferien verleben konnten. Auch Bruno Sahner brachte als Geschenk einen Scheck der Maulburger Vereine mit.

Im Anschluss sang der Männerchor Maulburg unter Leitung von Elena Freydkina einige Lieder zur großen Freude des Publikums, das die Sänger erst nach einer Zugabe von der Bühne ließ. Ina Pietschmann stellte am späten Nachmittag fest: "Das Fest war ein voller Erfolg. Alle Tische und Bänke waren besetzt und Essen und Kuchen wurden ausverkauft."