AWO Wehr steht vor der Auflösung

Hansjörg Bader

Von Hansjörg Bader

Fr, 26. November 2021

Wehr

Die kommissarische Vorsitzende Regina Schmied will ihren Posten aufgeben / Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

. Geht in der Wehrer Begegnungsstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bald das Licht aus? Das könnte dann passieren, wenn sich kein Ersatz für die derzeitige Vorsitzende Regina Schmied findet. Die kommissarische Amtsträgerin hat nicht vor noch einmal zu kandidieren. Für sie soll nach bald 25 Jahre langer Mitarbeit im Vorstand nun Schluss sein.

Seit September führte Schmied die Wehrer AWO. Sie war Nachfolgerin von Siegfried Eckert, der in schwieriger personeller Lage 2019 die Leitung der Wehrer Ortsgruppe übernahm, diese dann aber aus der Hand geben musste. Schon vor zwei Jahren stand der Verein vor einer ähnlichen Lage. Damals gab Gerhard Lehnert das Ruder aus der Hand. Nachdem dieser mehrmals sein Ausscheiden verschoben hatte und eine nochmalige Kandidatur abgelehnt hatte, kam mit Siegfried Eckert die Rettung in Not. Dass dieser schon bald wieder den Posten aufgeben würde, damit hatte niemand gerechnet. Die Vize-Vorsitzende Regina Schmied übernahm – als Übergangslösung. Dass sie dauerhaft bleiben werde, schloss sie aus.

Fast ein Vierteljahrhundert arbeitet die Frau schon im Vorstand der Wehrer AWO, 13 Jahre davon war sie Vorsitzende. Dass sie nach so viel Jahren aufhören und die Verantwortung in jüngere Hände geben möchte, ist verständlich. Dass es bald womöglich keine Wehrer AWO mehr geben könnte, ist ihr überhaupt nicht Recht, wie sie sagt. Sie hofft jetzt, dass sich doch noch ein Türchen öffnet und sich ein neuer Vorsitzender oder eine Vorsitzende finden lässt.

Ihre ganze Hoffnung setzt Schmied auf die Wehrer Bevölkerung und wohlwollende Signale von deren Seite. Eine externe Besetzung des Vorstandspostens? Warum nicht, wenn es intern nicht klappe, meint sie. Die AWO-Mitglieder und Besucher der Begegnungsstätte in der Talstraße würden es bedauern, sollte Schmied abtreten und die AWO aufgelöst werden. Dennoch sei für sie der Zeitpunkt gekommen aufzuhören. Ganz aus dem Vereinsleben zurückziehen möchte sich Schmied aber nicht. Dafür sei ihr die AWO zu wichtig. Alles funktioniere und harmoniere gut, auch sei immer noch ein sechsköpfiger Vorstand vorhanden. Für die treuen AWO-Anhänger – immerhin etwa 50 – sei es schade, müsste die Begegnungsstätte in der Talstraße schließen. Für viele ist der 14-tägige Treffpunkt die einzige Abwechslung in ihrem Rentnerdasein.

Die AWO hat bisher viel für die Senioren geboten. Beim letzten Treffen zum Beispiel machte Rainer Hilpert vom Stadtseniorenrat die Anwesenden mit der "SOS-Notfalldose" bekannt. Darin werden Impfpass, Medikamentenplan und Patientenverfügung aufbewahrt. Zudem gab es Gymnastikkurse oder Bingo-Runden. Regelmäßiger Kaffeeklatsch und ein Abendessen gehörten zu den Standards. Vorträge, Videovorführungen und Feiern zu Ostern und Weihnachten ergänzten das Programm. Weil das alles Geld kostet und nur wenige Zuschüsse fließen, verkaufte die AWO zur Finanzierung aller Ausgaben Wohlfahrtsmarken und veranstaltete Kuchenverkäufe. Auch die Kosten, die die Bescherung der Bewohner der Wehrer Bürgerstiftung verursachte, mussten gestemmt werden. Auch dieses Jahr wird es eine geben, allerdings aufgrund der Corona-Pandemie ohne Beiprogramm. Um all diese Aktivitäten weiterhin betreiben zu können, hofft die AWO nun auf externe Unterstützung, damit das Problem um die Führungsperson aus der Welt geschafft werden kann.

Der AWO-Ortsverein Wehr wurde 1979 gegründet. Mit seinen 60 Mitgliedern gehört er zum Kreisverein Waldshut. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Regina Schmied (Vorsitzende), Petra Lehnert (Schriftführerin), Nadine Waschniewski (Rechnerin) sowie den Beisitzerinnen und Leiterinnen der Begegnungsstätte Martina Leber und Christa Oddo.