Hochwasser

Bad Bellingen erhält 1,7 Millionen vom Land für den Hochwasserschutz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. August 2020 um 18:03 Uhr

Bad Bellingen

Ein Hochwasserentlastungskanal soll in Bad Bellingen Wasser bei Starkregen in die Rheinebene ableiten. Das Land fördert das Projekt.

Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) fördert den Bau eines rund 1,6 Kilometer langen Hochwasserentlastungskanals, der die Gemeinde Bad Bellingen künftig vor Überflutungen schützen soll, wie das RP mitteilt. Zum Bau des 3,7 Millionen Euro teuren Kanals steuert das Land einen Zuschuss von 1,71 Millionen Euro bei. "Es freut mich sehr, dass wir mit diesem Förderbescheid einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Bad Bellingen leisten können", wird Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer in der Mitteilung zitiert. "Überschwemmungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass sich diese Investition rentiert."

Große Bereiche von Bad Bellingen sind bei Starkregen potenziell stark gefährdet. Gründe sind die topographischen und geologischen Gegebenheiten am Hang in Verbindung mit der Landnutzung. Die dichte Besiedelung in der oberrheinischen Tiefebene sowie die landwirtschaftlichen Flächen um die Siedlungsbereiche führen bei Starkregen zu Überflutungen mit Wasser, Schlamm und Geröll, die oft große Schäden verursachen. Nachdem die Gemeinde zuletzt im Jahre 2015 wiederholt von einem solchen Extremniederschlag getroffen wurde, ist ein Starkregenrisikomanagementkonzept für das Gemeindegebiet erstellt worden. Dabei wurde festgestellt, dass bereits bei einem seltenen Ereignis (30-jährliches Niederschlagsereignis) mit signifikanten Überschwemmungen zu rechnen ist.

Der Bau für den Kanal kann bis zu einem Jahr dauern

Ursache dafür ist auch, dass die bestehende Ortskanalisation in Bad Bellingen bei Niederschlagsereignissen, die sich öfter als alle drei Jahre wiederholen, überlastet ist. Der geplante Hochwasserentlastungskanal soll zu einer wesentlichen Verbesserung führen. Vorgesehen ist ein rund 1640 Meter langer Kanal mit Durchmessern von 600 bis 1500 Millimeter. Er soll sowohl anfallendes Niederschlagswasser aus der Hertinger Straße und aus dem Neubaugebiet "Hinter dem Hof II" als auch die großen Wassermengen aus dem Außengebiet aufnehmen. Das Wasser wird um die bebaute Ortslage, unter dem Bahndamm hindurch in ein bestehendes Sickerbecken mit einem Volumen von etwa 22 500 Kubikmetern in der Rheinebene geleitet. Somit wird nicht nur der Schutz vor Sturzfluten mit einem Wiederkehrintervall von 30 Jahren für Bad Bellingen erreicht, sondern auch das bestehende Kanalnetz entlastet.

Für einen Teil des Kanals wurde ein vorzeitiger Baubeginn im Rahmen der Erschließung des Baugebietes "Hinterer Hof" Ende 2016 erteilt. Mit dem ersten Baulos soll Anfang 2021 begonnen werden, es wird von einer Gesamtbauzeit von neun bis zwölf Monate ausgegangen, heißt es aus dem RP.

"In Anbetracht der Risiken eines Hochwassers für die Bevölkerung, für Umwelt, Wirtschaft und für Kulturgüter ist es auch im Hinblick auf den Klimawandel und seine Wetterextreme enorm wichtig, wirksame Schutzmaßnahmen zu ergreifen", so Umweltminister Franz Untersteller. Für den Bau neuer technischer Hochwasserschutzeinrichtungen und für gewässerökologische Maßnahmen stellt das Land den Städten und Gemeinden 2020 rund 49,7 Millionen Euro zur Verfügung.