Neue Corona-Verordnung

Baden-Württemberg führt 2G-Optionsmodell ein und erweitert die Testpflicht

Thomas Steiner

Von Thomas Steiner

Mi, 13. Oktober 2021 um 19:15 Uhr

Südwest

Ab Freitag gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung. Mit ihr wird das sogenannte 2G-Optionsmodell festgeschrieben. In Betrieben mit Publikumsverkehr wird zudem die Testpflicht erweitert.

Wie vor einer Woche angekündigt, hat das Land nun seine Corona-Maßnahmen in einem wichtigen Punkt geändert. Mit der am Mittwoch von der Landesregierung verkündeten und ab Freitag gültigen neuen Corona-Verordnung wird das sogenannte 2G-Optionsmodell festgeschrieben. Eine weitere Änderung ist eine schärfere Testpflicht in Betrieben mit Publikumsverkehr.

Restaurantbetreiber oder Kulturveranstalter können sich künftig in der sogenannten Basisstufe des Corona-Warnsystems – die aktuell gilt – entscheiden, ob sie Besucher nach der 3G-Regel einlassen oder nach der 2G-Regel. Entscheiden sie sich für letztere und lassen nur geimpfte und genesene Personen ein, so müssen diese keine Masken mehr in den Räumen oder bei der Veranstaltung tragen. Erhalten nach der 3G-Regel auch Getestete Einlass, gilt die Maskenpflicht wie bisher in Innenräumen oder im Freien bei Veranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern.

SC Freiburg will 2G-Option nutzen

Verfahren Veranstalter oder Inhaber nach der 2G-Regel, können sie weiterhin die Kapazitäten ihrer Einrichtungen voll ausschöpfen. Bislang hatte eine Besuchergrenze von 25.000 Personen gegolten. Mit der 2G-Regel sind nun also etwa Bundesliga-Spiele in einem vollen Stadion möglich, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen werden. Der SC Freiburg hat bereits angekündigt, dass er diese Option ab dem übernächsten Heimspiel am 30. Oktober nutzen will – und dies am Mittwochabend bei einer Mitgliederversammlung des Vereins bestätigt. Zufrieden zeigte sich SC-Vorstand Oliver Leki mit der Regelung aber nicht: "Ich hätte mir eine Lösung wie in Bayern gewünscht, wo auch PCR-Tests als Zugang akzeptiert werden", so Leki.


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Im Gegensatz dazu hatte der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in der vergangenen Woche mitgeteilt, er gehe davon aus, dass die meisten Betriebe im Südwesten an der 3G-Regel festhalten werden. Unter den Kulturveranstaltern berät etwa das Theater Freiburg momentan, welche der beiden Möglichkeiten des Optionsmodells es nutzen will.

Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Kundenkontakt

Zur Begründung der neuen Verordnung sagte Sozial- und Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) einer Mitteilung zufolge am Mittwoch: "Wir beobachten derzeit ein stabiles Infektionsgeschehen. (...) Deshalb ermöglichen wir Veranstaltern und Anbietern mit dem Optionsmodell mehr Flexibilität".



Einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern folgend, wird mit der Verordnung neu geregelt, dass sich nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte sowie Selbständige mit Publikumskontakt bereits in der Basisstufe zweimal wöchentlich mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen müssen. Bislang galt diese Testpflicht nur für die Warn- und Alarmstufe. Mit der Neuregelung werde, so das Gesundheitsministerium, "ein Gleichklang zu dem mit einem 3G-Nachweis stattfindenden Publikumsverkehr herbeigeführt". Friseurinnen und Friseure etwa unterliegen nun denselben Regeln wie ihre Kundinnen und Kunden.

Eine weitere Änderung betrifft etwa Saunen. Bislang war der Betrieb von Anlagen mit Aerosolbildung, insbesondere von Dampfbädern, Dampfsaunen und Warmlufträumen, untersagt. Dies wird nun aufgehoben. Bei der Nutzung von Saunen gilt die 2G-Regel.