Energiewende

Batteriemodule für E-Autos – Daimler kooperiert mit französischen Unternehmen

dpa

Von dpa

Fr, 24. September 2021 um 19:12 Uhr

Wirtschaft

Daimler will zusammen mit Stellantis und Totalenergies Batteriezellen herstellen. Die Zusammenarbeit sei laut Peter Altmaier ein wichtiges Projekt von europäischem Interesse.

Daimler steigt in die Batteriezellallianz von Stellantis und Totalenergies ein und stärkt damit ein deutsch-französisches Vorzeigeprojekt. Die Pkw-Sparte Mercedes-Benz wird mit einem Drittel gleichberechtigter Anteilseigner an der Automotive Cells Company (ACC), wie die Stuttgarter am Freitag mitteilten.

Mercedes will weniger als eine Milliarde Euro investieren, davon 2022 einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Zudem wollen die Schwaben Technologie und Produktions-Know-how einbringen.

"Gemeinsam mit ACC werden wir Batteriezellen und -module in Europa entwickeln und effizient produzieren – maßgeschneidert auf die spezifischen Anforderungen von Mercedes-Benz." Ola Källenius
Der französische Stellantis-Konzern führt 14 Automarken, darunter Peugeot und Opel. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem Durchbruch. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich solle zu einem "Batterie-Champion in Europa" führen. Paris will schon länger bei der Batterieproduktion unabhängiger von Asien werden, das Thema ist dort Chefsache.

Daimler: Bis 2030 nur noch Elektro-Autos

Daimler hatte im Juli angekündigt, in Batteriezellwerke investieren zu wollen, um seine Versorgung mit Akkus zu sichern. Seither war Källenius auf der Suche nach Partnern für den Plan, Ende des Jahrzehnts eine Produktionskapazität von mehr als 200 Gigawattstunden (GWh) an Batteriezellen pro Jahr auf die Beine zu stellen. Daimler will bis 2030 in der Lage sein, nur noch vollelektrisch angetriebene Mercedes-Benz-Pkw zu verkaufen, wo immer es die Marktbedingungen zulassen. 200 Gigawattstunden reichten rechnerisch für 2,5 Millionen aktuelle Mercedes EQC mit je 80 Kilowattstunden Stromspeicher. Die Allianz mit Stellantis und dem französischen Ölkonzern Totalenergies ist Teil dieser Bestrebungen.

Arbeitsplätze in der Batterieproduktion

ACC will bis Ende des Jahrzehnts laut Daimler mindestens 120 Gigawattstunden an Batteriezellen jährlich produzieren. Ab Mitte des Jahrzehnts soll ACC Mercedes-Benz mit Zellen und Modulen aus Fabriken in Deutschland und Frankreich beliefern. Die Gesamtinvestitionen in ACC sollen sich auf gut sieben Milliarden Euro belaufen. Das Konsortium wird laut Bundeswirtschaftsministerium seit 2018 in der EU und von Frankreich und Deutschland im Rahmen eines "wichtigen Projekts von gemeinsamem europäischem Interesse" (IPCEI) unterstützt.

"Schon jetzt lässt sich absehen, dass in den nächsten Jahren mehrere zehntausend Arbeitsplätze allein in Deutschland in der Batteriezellfertigung entstehen werden." Peter Altmaier
Mit dem Projekt von Tesla und den weiteren 14 Vorhaben, die über die europäische Schiene gefördert werden, könne Deutschland zu einem Schwerpunkt der weltweiten Batterieproduktion werden. "Damit entsteht das bislang erfolgreichste industriepolitische Projekt seit Airbus", so Altmaier. Sein Ministerium fördert hiesige Batterieprojekte nach eigenen Angaben mit drei Milliarden Euro.