Schopfheim

Behörden kommen zum Schluss, dass Schäden an Uehlin-Häusern reparaturfähig sind

André Hönig

Von André Hönig

Mi, 15. Mai 2019 um 18:59 Uhr

Schopfheim

Das denkmalgeschützte Eckgebäude der Hauptstraße 40 darf laut Landesamt für Denkmalpflege nur abgerissen werden, wenn es nicht mehr erhaltensfähig ist.

Das denkmalgeschützte Uehlin-Haus ist nicht so stark beschädigt, dass der Aufwand, es zu erhalten, unverhältnismäßig groß wäre. Zu dieser Einschätzung kamen die Denkmalschützer – weshalb wie am Dienstag berichtet, die Baurechtsbehörde des Landratsamts Lörrach den Abrissantrag der Stadt Schopfheim abgelehnt hat. Die Stadtverwaltung hatte über den Bescheid in der Sitzung informiert, aber nicht die Begründung genannt. Diese teilte am Mittwoch auf BZ-Nachfrage die Presseabteilung des Landesamts für Denkmalpflege in Stuttgart mit. Beim Eckgebäude Hauptstraße 40 handele es sich gerade auch aus heimatgeschichtlichen Gründen um ein Kulturdenkmal. Ein solches Gebäude abzureißen sei nur erlaubt, wenn es nicht mehr erhaltensfähig sei.

22 Prozent der Bausubstanz irreparabel geschädigt

Nach mehreren Abstimmungen und Gesprächen habe im März 2019 die Stadt Schopfheim ein vollständiges und prüffähiges Schadensgutachten an die zuständige Untere Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Lörrach geschickt. Dieses sei dort sowie durch das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart geprüft und als beurteilungsfähig erachtet worden. Das Gutachten kam demnach zu dem Ergebnis, dass lediglich 22 Prozent der historischen Bausubstanz irreparabel geschädigt sind. Weitere 35 Prozent weisen zwar Schäden auf. "Diese Schäden sind jedoch reparaturfähig." Damit sei nach Auffassung beider Denkmalbehörden "der Nachweis der Erhaltungsfähigkeit des Kulturdenkmals erbracht, sodass das Abbruchgesuch seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde am Landratsamt Lörrach mit Schreiben vom 24. April 2019 negativ beschieden werden musste." Wohlgemerkt geht es in diesem Verfahren nur um das Eckgebäude – das Nachbargebäude, in dem der Brand im Juni 2017 ausbrach, ist vom Denkmalschutz nicht betroffen.