Leckere Unterhaltung

Bei der Online-Kochshow der VHS Grenzach Wyhlen gab es Risotto und Musik

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 11. Juni 2021 um 07:34 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Bei der zweiten Live-Koch-Show der Volkshochschule Grenzach-Wyhlen stand das Spargel-Risotto im Mittelpunkt. Auch mit einfachem Equipment klappte die Übertragung und der Spaß kam nicht zu kurz.

Die rund 25 Teilnehmer aus sieben Haushalten kochten in ihren Küchen daheim das von VHS-Leiter Henning Kurz zubereitete Spargel-Risotto nach. Die Zutaten fanden sich in der Kochbox, die sie über die VHS bestellt und im Supermarkt abgeholt hatten. Nicht enthalten waren der frische Spargel und weiße Cabernet Sauvignon aus Haltingen, den die VHS als Kochwein und zur Begleitung des Gerichts empfahl.

Schon während dem Schnippeln und Kochen musste niemand hungern, da in der Kochbox auch leckere Zutaten für Vorspeisen steckten. So griffen Kurz, die organisatorisch-pädagogische Assistenz Melanie Penninggers und ihre Tochter Janne Penninggers bei Oliven mit Zitrone und Grana Padana-Würfeln mit Trüffel-Akazienhonig gerne zu. Sie erfüllten wichtige Rollen für die aus der Küche der Penninggers übertragene Show. Kurz bereitete das Gerichts zu und moderierte. Melanie Penninggers kümmerte sich um die Technik und gab die auftauchenden Fragen der Teilnehmer an Kurz weiter.

"Nur kein Stress mit deiner VHS"

Um den nächsten Arbeitsschritt anzukündigen, hatte Kurz sich ein Jingle ausgedacht, das er auf der Gitarre spielte und dazu sang: "Nur kein Stress mit deiner VHS." Liebevoll "Gitarrenkind" gerufen, reichte ihm Janne Penninggers die Gitarre und versorgte sie wieder. Erst zum Essen, als die Kameras ausgestellt waren, kamen Vater Holger und die zweite Tochter Rahel an den Küchentisch.

"Die Philosophie heißt: Kochen für alle online. Kochen für die Familie. Kein Firlefanz. Kein Rezept", erklärte Kurz. Zunächst setzte Kurz den geschälten und gestückelten Spargel auf. Ins Wasser gab er Salz und Zucker. "Jetzt wird es schlimm. Leben am Limit", kommentierte er, dass er anstelle einer selbst gekochten Gemüsebrühe einen Brühwürfel ins Wasser gab. Für vier Personen brauchte es einen Kilo Spargel. Das bissfeste Gemüse stellte er beiseite und dünstete zwei fein gewürfelte Schalotten und drei Knoblauchzehen in Olivenöl an. Als sie glasig-braun angeschwitzt und mit wenig Zucker karamellisiert waren, gab er 500 Gramm Risottoreis, eine halbe Flasche Wein und vier Lorbeerblätter dazu. Geduld war nötig, um die richtige Konsistenz zu erreichen. Die aufgesogene Flüssigkeit ersetzte Kurz schöpflöffelweise mit der Spargelbrühe, die komplett im Risotto aufging. Abgeschmeckt wurde mit Salz, schwarzem Pfeffer und Sahne.

"Ich nenne es ambitionierten, experimentellen Dilettantismus." Henning Kurz
Mit zwei Kameras wurde Kurz auf die Bildschirme in die Küchen übertragen. Dazu waren ein Laptop auf einem Bierkasten aufgestellt, der ihn frontal filmte, und ein Handy in ein Stativ gesteckt, um die Arbeitsfläche und den Herd in den Fokus zu nehmen. Bei Bedarf schnappte sich Penninggers das Stativ, um Details aufzunehmen. "Ich nenne es ambitionierten, experimentellen Dilettantismus", meinte Kurz.

Längere Kochphasen werden mit Humor überbrückt

Für eine professionelle Show bräuchte es ein Kochstudio mit einem Kochblock, vier Kameras und vier Mikrofonen. Bilder und Ton müssten an einem Mischpult abgestimmt werden. Das kann die VHS sich aber nicht leisten. Als Ersatz für die coronabedingt ausgefallenen Kochkurse experimentiert sie mit dem Format wie in den vergangenen Monaten mit anderen digitalen Formaten. Was davon die Pandemie überdauern wird, muss noch evaluiert werden.

Es blieb stets kurzweilig, da Kurz auch längere Kochphasen mit Humor überbrückte. "Kochwein heißt Kochwein, weil man ihn in den Koch rein schüttet", kalauerte er. Auch die Teilnehmer scherzten: Eine Partei fragte, ob sie etwas falsch gemacht habe, da sie schon beim Essen seien, was Kurz stutzig machte. Andere wollten das Jingle als Klingelton kaufen. Gegen Schluss gab Kurz die Spargelstücke, über die er eine Limette ausgedrückt hatte, ins Gericht, das er noch fünf Minuten ziehen ließ, damit sich der Geschmack voll entfaltete. Nach eigenem Gutdünken rieb sich am Tisch jeder vom Grana Padano über das Spargel-Risotto.