Bei mehreren Verfahren steht Unterbringung in Psychiatrie im Raum

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 04. Juli 2020

Offenburg

Vor der 2. Großen Strafkammer am Landgericht Offenburg müssen sich ab 8. Juli sieben Straftäter wegen verschiedener Delikte verantworten.

(BZ). Zu laufenden drei Verfahren der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Offenburg kommen in Kürze sieben weitere hinzu. Bei vier davon steht eine Unterbringung in der Psychiatrie im Raum.

Streit um Drogen
Ab 8. Juli wird gegen einen 30-jährigen Angeklagten wegen des Vorwurfs der schweren räuberischen Erpressung verhandelt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 30. Mai in Offenburg einen Mann "über die Bewusstlosigkeit hinaus" geschlagen zu haben, um an Drogen zu kommen, nachdem ein Betäubungsmittelgeschäft zuvor gescheitert war.

Handy-Dieb mit Cuttermesser
Vom 9. Juli an wird einem 35-jährigen
Angeklagten vorgeworfen im Herbst 2018 an Parkplätzen im Raum Kehl/Neuried Mobiltelefone entwendet zu haben, indem er sich diese von den Besitzern ausgeliehen und dann mitgenommen haben soll. Schließlich soll er am 19. November 2018 bei dem Versuch, ein weiteres Mobiltelefon zu entwenden, den Geschädigten mit der Faust geschlagen und mit einem Cutter-Messer bedroht haben. Der Angeklagte leidet laut Anklageschrift an einer paranoiden Schizophrenie und soll unter dem Einfluss von Alkohol und Cannabis vermindert schuldfähig gewesen sein, weshalb laut Landgericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus im Raum steht.

Clownmaske und Fleischermesser
Mit einer Clownmaske und einem Fleischermesser bewaffnet soll ein 21-Jähriger im Februar einen Penny-Markt in Offenburg überfallen haben. Dem Angeklagten wird ein besonders schwerer Raub zur Last gelegt. Die auf zwei Tage angesetzte Verhandlung beginnt am 13. Juli.

Mit Baseballschläger verprügelt
Um die Frage einer Unterbringung in der Psychiatrie geht es auch am 15. und 20. Juli. Der 30-jährige Beschuldigte soll im April 2019 laut Anklage im Zustand der verminderten Schuldfähigkeit in einem Obdachlosenwohnheim in Lahr einen anderen mit einem Baseballschläger kurzzeitig bewusstlos geschlagen haben.

Sicherungsverwahrung ist denkbar
Eine ganze Reihe an Delikten wird vom 23. Juli an an vier Verhandlungstagen gegen einen 38-Jährigen verhandelt. Ihm wird vorgeworfen, im November 2019 gegen 23 Uhr einem anderen ein Mobiltelefon unter Vorhalten eines Messers mit gebogener, gezackter Klinge entwendet zu haben. Im Anschluss soll er den Geschädigten gestoßen und aus dessen Geldbeutel 1000 Euro entwendet haben. Im weiteren Verlauf des Abends soll des zu Körperverletzungshandlungen, Diebstahl mit Waffen, Privatwohnungseinbruchsdiebstahl sowie tätlichem Angriff auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gekommen sein. Da der Angeklagte mehrfach vorbestraft ist, ist Sicherungsverwahrung denkbar

Angriff mit abgebrochener Flasche
Ein weiterer Fall, in dem es um die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus geht, wird ab 24. Juli verhandelt. Dabei geht es um einen Streit, in dessen Verlauf der Beschuldigte versucht haben soll, einen Arbeitskollegen mit einer abgebrochenen Flasche geschlagen zu haben. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Zustand der Schuldunfähigkeit eine versuchte gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Körperverletzung und Bedrohung begangen zu haben.

Frauen geschlagen
An verschiedenen Orten im Kinzigtal sowie in Offenburg soll ein 44-Jähriger im Sommer 2019 "ohne rechtfertigenden Grund jeweils weibliche Personen geschlagen haben" – in einem Fall mit einer halb gefüllten Getränkeflasche. Der Beschuldigte leidet laut Antragsschrift bereits seit über zwanzig Jahren an einer paranoiden Schizophrenie sowie an den Auswirkungen von Cannabis- und Alkoholkonsum. Auch hier ist eine Unterbringung in der Psychiatrie Thema. Prozessauftakt ist am 5. August.