Mit der Arschbombe zum Splashkönig

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Mo, 20. Mai 2019

Lörrach

Beim Sportfest zur Schwimmbaderöffnung am Samstag kämpften Lörrachs Schüler um den Titel der sportlichsten Schule.

LÖRRACH. Am Samstag ließen sich beim Sportfest zur Schwimmbaderöffnung Lörrachs Schülerinnen und Schüler zum zwölften Mal dazu bewegen, sich zu bewegen und dabei um den Titel der sportlichsten Schule zu kämpfen. An 19 Stationen konnten spielerisch Sportarten ausprobiert werden. Angesichts der trockenen, nicht allzu kalten Witterung hatten viele Teilnehmer von "badenova bewegt" auch ihre Badehose eingepackt.

Als treue Begleiter des Sportfests waren Taekwondo, Tanzen, Gewichtheben und Tischtennis erneut dabei. Erstmals beteiligte sich auch die DLRG mit einer Station. Hier galt es, einen an einem langen Seil befestigten Rettungsball auf einer Wiese möglichst nah an einen anderen Ball zu werfen. Der stand stellvertretend für einen in Not geratenen Schwimmer. Zielgenauigkeit und Kraft waren gefragt.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr schlupften Mädchen und Jungen beim "Bubble Soccer" zum zweiten Mal mit dem Körper in überdimensionale aufgeblasene Kugeln. Ein Ball war dieses Mal allerdings erst gar nicht im Spiel. Die Verantwortlichen ließen die Kinder in den roten und blauen Bällen einfach herumtoben und sich gegenseitig rammen, was sichtlich großen Spaß machte. Je nachdem, wie man dabei hinfiel – Verletzungsgefahr bestand nicht, weil die Spieler durch die Luftbälle geschützt sind – blieb man auch mal wie ein Käfer auf dem Rücken liegen und strampelte mit den aus dem Loch ragenden Fußenden hilflos herum. Dann brauchte es helfende Hände oder den Anstupf eines Mitspielers, um wieder auf die Beine zu kommen.

Um den Splashkönig zu ermitteln, war in diesem Jahr ein Stargast gekommen, und zwar nicht bloß als Juror. Christian Hansler aus Freiburg, mehrfacher deutscher Kunst- und Turmspringmeister der Masterklasse, zeigte vor dem Wettbewerb um die beste Arschbombe bei zwei Workshops einführende Übungen für künftige Turmspringer. Da im Gegensatz zu Sport- und Spaßbecken das Wasser im Sprungbecken relativ kühl war, verlangte das den Teilnehmern nicht nur einigen Mut, sondern auch immer wieder Überwindung ab. Doch brachte zum Beispiel der Tipp des Meisters, beim Eintauchen ins Wasser möglichst bis zum Boden durchzutauchen und auf diese Weise Körperspannung zu halten, den Schülern schnell auch Fortschritte, die beim Wettstreit zum Tragen kamen.

Drei Sprünge durften die Splashkönigs-Anwärter ausführen und dabei jeweils wählen, ob sie aus einer Höhe von eins, drei oder fünf Meter sprangen. Beim ersten sollte möglichst viel Wasser aufspritzen, beim zweiten so wenig wie möglich, und der dritte sollte ein technischer Sprung sein mit Elementen wie Köpfer, Schraube oder Salto. Christian Hansler und Organisator Jens Hoffmann von Sportalis gaben mit Tafeln Wertungen zwischen 1 und 6 ab. Kritik wie "Wir reden hier von Wasserspringen, nicht von Wasserfall" kam nur selten. Die Krone errang schließlich Alexey Kalinin vom Hans Thoma-Gymnasium, der im Stechen einen gelungenen anderthalbfachen Salto vorführte. Die Zuschauer am Beckenrand freuten sich, dass der Profi dem kalten Wasser zum Trotz dann noch ein paar eindrucksvolle Kostproben seines Könnens vorführte. Auch Jens Hoffmann vollführte einen tollen Sprung vom Fünf-Meter-Turm – weil er keine Badehose dabei hatte mit vorher eingeholter Erlaubnis des Bademeisters in langen Jeans.

Ob es am Samstag eine Schule schaffte, die bislang seit 2008 ununterbrochen erfolgreiche Tumringer Grundschule als Lörrachs sportliche Schule abzulösen, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Fotos und ein Video gibt es im Online-Artikel auf http://www.badische-zeitung de und direkt unter mehr.bz/sportfest19