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Bernau sagt Schneeskulpturen-Festival wegen Corona ab

Sebastian Barthmes

Von Sebastian Barthmes

Fr, 14. Januar 2022 um 19:45 Uhr

Bernau

Das Schneeskulpturenfestival in Bernau findet dieses Jahr nicht statt. Die Gemeinde hat sich gegen das Event entschieden, da eine ungezwungene Atmosphäre wegen Corona nicht möglich sei.

Kunstwerke aus Schnee sollten in wenigen Wochen wieder zu einer Attraktion in Bernau werden – der Gemeinderat wollte sich in seiner öffentlichen Sitzung am Montag mit dem Schneeskulpturenfestival und einem damit verbundenen verkaufsoffenen Sonntag befassen. Nun hat die Gemeinde die Veranstaltung aufgrund der Corona-Situation abgesagt.

"Vor der beeindruckenden Kulisse des Bernauer Hochtals konnten in der Vergangenheit tausende Besucher die faszinierenden Kunstwerke deutscher und internationaler Künstler bestaunen. Genau so hätte es auch vom 3. bis 6 Februar dieses Jahres sein sollen. Die aktuelle Corona-Situation verhindert jedoch die Durchführung des renommierten Winter-Events", heißt es in der Mitteilung.

Gründe für die Absage

"Wir wollen ein ungezwungenes Fest feiern und keine Befürchtung haben müssen, die Gesundheit der Menschen zu gefährden", sagt Tourismus-Chef Matthias Wendle im Gespräch mit der BZ. Gemeindeverwaltung, die Tourist-Information und die mitwirkenden Vereine hätten nach intensiver Diskussion und Abwägung die Absage beschlossen. Als Gründe benennt die Gemeinde die sich "gerade aufbauenden Omikron-Welle, der wir mit einer solchen Veranstaltung keinen Vorschub leisten wollen, sowie in den Verschärfungen der Vorschriften durch Bund und Land". Die Verlängerung der Alarmstufe 2 bedeute einen stark erhöhten Aufwand für die Organisation und Umsetzung der Veranstaltung.

Die Absage habe natürlich Auswirkungen, sagt Wendle: Die Medienaufmerksamkeit und die direkte Kommunikation mit Gästen fehlen. Die Gemeinde könne das Festival nicht nutzen, um zu zeigen, was Bernau zu bieten hat. Auch die beteiligten Vereine profitieren von so einer Veranstaltung. Sie können ein wenig Geld erwirtschaften, vor allem aber stärke die gemeinsame Arbeit an so einem Projekt die Gemeinschaft. Und es fehle nun auch ein kultureller Höhepunkt.

"In den sauren Apfel müssen und wollen wir aber beißen" Matthias Wendle
Bei Absprachen mit Dienstleistern habe die Gemeinde die Möglichkeit einer Absage berücksichtigt, sagt der Tourismus-Chef, viel Vorarbeit sein nun aber umsonst gewesen und einen wahrscheinlich vierstelligen Euro-Betrag habe die Kommune dennoch ausgegeben. "In den sauren Apfel müssen und wollen wir aber beißen", sagt Wendle, denn "was ist das gegen die Gesundheit der Menschen".

Ausgleichen könne die Gemeinde den Ausfall sicher nicht vollständig. Zusammen mit den Vereinen mache man sich aber Gedanken, was man im Verlauf des Jahres Einheimischen und Gästen zusätzlich bieten könnte. "Ideen gibt es schon, spruchreif ist aber noch nichts", sagt Wendle. Jetzt müsse man erst einmal das Festival abwickeln und danach Alternativen für den Sommer entwickeln.

Gleich bei der Premiere im Februar 2017 hatte sich das Schneeskulpturenfestival als Besuchermagnet erwiesen. Auch ein großes Rahmenprogramm gehört seither zu der Veranstaltung. Aufgrund der Corona-Situation wurde das Festival 2020 ebenfalls abgesagt.