Bietigheim-Bissingen spielt erstklassig

dpa

Von dpa

Di, 07. September 2021

Eishockey

Das Eishockey-Team startet am Freitag in der DEL / Nach 15 Jahren gibt’s wieder einen Aufsteiger.

Das Kribbeln beginnt bei den Bietigheim Steelers schon Tage vor dem ersten Erstligaspiel der Vereinshistorie. Dass der kleine Club am Freitag erstmals in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) antritt, ist aber nicht nur für das Team aus der 40 000-Einwohner-Stadt etwas Spezielles, sondern für die gesamte Liga. Zum ersten Mal seit 15 Jahren hat die DEL schließlich wieder einen richtigen Aufsteiger. Nach einer langen Kontroverse ist die Gefahr des Abstiegs für etablierte Clubs und die – allerdings eingeschränkte Chance – des Aufstiegs wieder zurück.

"Wir sind einen ganz, ganz entscheidenden Schritt weitergekommen, um da zu sein, wo wir hinwollen", sagte Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. "Wir wollen uns mittelfristig in der Liga etablieren." Man kenne seine Rolle, vom ersten Tag an um den Klassenerhalt zu spielen. "Die Klasse zu halten, ist eine größere Herausforderung als aufgestiegen zu sein."Andere Clubs haben in den vergangenen Jahren vorgemacht, dass der Schritt gelingen kann. Auch ohne Aufstiegschance war die Liga kein komplett geschlossener Zirkel. Bremerhaven etwa profitierte davon, dass Hamburg keine Lizenz mehr beantragte, und kam 2016 dazu. Stets gelten die Norddeutschen als Außenseiter, stets haben sich die Fischtown Pinguins seitdem mit ebenfalls bescheidenen Mitteln für die Playoffs qualifiziert. In dieser Saison spielen sie sogar erstmals in der Champions League und sorgen international für Furore.

Bei den Steelers durften etliche Spieler aus dem vergangenen Zweitliga-Jahr bleiben. "Es ist etwas Besonderes als kleinster Standort der Liga. Wir haben auch den kleinsten Etat. Den Kader zu planen, mit unserem Etat, war eine Herausforderung", räumte Schoch ein. Reicht das für die DEL? "Wir müssen überall besser werden", fordert der kanadische Trainer Daniel Naud: "Wir sollten uns nicht von den Gegnern erschrecken lassen."

Weil aufgrund der Risiken in der Corona-Krise der Abstieg noch verschoben wurde, starten in der erneut ungewöhnlichen Saison ausnahmsweise 15 statt wie gewohnt 14 Teams. Als Aufsteiger 2022 kommt jedoch wegen der erforderlichen wirtschaftlichen Nachweise nur Frankfurt im Falle des Titelgewinns infrage. Zuvor letzter regulärer Aufsteiger war Straubing. Auch die Niederbayern, die Bietigheim nun mit einer vergleichbaren Einwohnerzahl als kleinster Standort ablöst, haben sich gut etabliert. 2020 war Straubing aussichtsreich dran, um den Titel mitzuspielen, doch dann wurde die Saison wegen der Pandemie abgebrochen.