Schwermetall

Bioanbau: Ist Kupfer als Pflanzenschutzmittel sinnvoll?

Christian Gruber

Von Christian Gruber

Sa, 30. Januar 2016 um 00:01 Uhr

Bildung & Wissen

Auf Kupfer ist Gerhard Hoffmann nicht gut zu sprechen. Er hält das Schwermetall für gefährlich, obwohl es als Pflanzenschutzmittel auch im Bioanbau zugelassen ist.

Seit 2003 setzt der Ökowinzer vom gleichnamigen Privatweingut im südpfälzischen Göcklingen auf Molke und Kräutertee, um seine 20 Hektar Wein vor Mehltau und anderen Schädlingen zu bewahren – ein altes Rezept aus dem Mittelalter, wie er betont. Nur fünf bis zehn Prozent der Ernte verliere er. Auch Schwefel brauche er bedeutend weniger. Inzwischen könne er fast auf Kupfer verzichten.

Sein Molkeeinsatz sei "weltweit der größte bisher bekannte Freilandversuch", sagt Hoffmann. Seit fast 30 Jahren ist sein Hof auf Bio umgestellt. Ein konsequenter Mann, der gelernt hat, dass man es aushalten muss, wenn einem der Pilz die Reben mal vernichtet. Auch für Forscher ist Hoffmanns Methode interessant: "Man würde ein wissenschaftliches Versuchsdesign benötigen", meint Carsten Brühl, Umweltwissenschaftler an der Universität Koblenz-Landau. So könne man überprüfen, "was passiert, wenn man nichts macht oder Wasser als Placebo spritzt, das heißt Kräutertee und Molke über ein paar Jahre hinweg mit Wasser vergleicht."

Nicht nur dem Südpfälzer Rebellen, auch dem Umweltbundesamt (UBA) macht das Kupfer auf den Äckern Kopfzerbrechen. Das Schwermetall, auf das man seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts als "Bordeauxbrühe" in der europäischen Landwirtschaft vor allem bei Pilzbefall schwört, reichere sich durch den Dauereinsatz an. Bodenorganismen würden im Labor ab einer Konzentration von 55 Milligramm Kupfer pro ...

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