"Blick auf den Schwarzwald wird zerstört"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 04. April 2022

Breisach

BZ-SERIE:Martina Kempf (AfD) zur Halbzeit im Gemeinderat.

(BZ). Im Mai 2019 vor gut zweieinhalb Jahren fand die Kommunalwahl statt. Für fünf Jahre legten damals die Wähler fest, wer sie im Gemeinderat vertreten wird. Zur Halbzeit der Legislaturperiode hat die Breisach-Redaktion bei den neu ins Gremium Gewählten nachgefragt, welche Erwartungen sie hatten und welche sich erfüllt oder nicht erfüllt haben. Heute: Martina Kempf (AfD) aus Breisach.

"Früher habe ich mich vor allem für Bundespolitik interessiert. Im Gemeinderat angekommen, fand ich Lokalpolitik aber auch sehr interessant. Man beschäftigt sich mit sehr unterschiedlichen Themen, die aber auch mit der Bundespolitik zusammenhängen. So hat die letzte Bundesregierung das Ziel vorgegeben, für Bebauung weniger Acker- und Grünflächen zu verbrauchen. Das erscheint mir sinnvoll, aber im Gemeinderat hat mich dann doch erstaunt, dass fast in jeder Sitzung landwirtschaftliche Flächen zur Bebauung freigegeben werden.

Der freundliche Umgangston im Gemeinderat freut mich. Was mich traurig macht: Der Gemeinderat hat sich – bis auf vier Ausnahmen, darunter die AfD – offen gezeigt für die Ansiedlung von vier gigantischen Windindustrieanlagen entlang der B 31 in Breisach, also in unmittelbarer Nähe zu Hochstetten und Gündlingen und nahe am Reitverein und am Rothaus. Es handelt sich um die größten Windindustrieanlagen, die es in Deutschland gibt, nämlich 250 Meter hoch. Das ist mehr als doppelt so hoch wie der Tuniberg und mehr als zehnmal so hoch wie die Hochhäuser in der St. Louis-Straße. Es wird zum Schreddern von Vögeln und Nutzinsekten kommen. Der Blick auf den Schwarzwald wird zerstört.

Da die AfD-Gruppe derzeit nur aus zwei Mitgliedern besteht, haben wir pro Person mehr Ausschüsse zu besetzen. Der Zeitaufwand liegt bei mindestens 15 Stunden pro Monat, bei zusätzlichen Sitzungen noch mehr. Ich könnte mir gut vorstellen, erneut zu kandidieren."