Shemekia Copeland

BLUES: Es gibt noch eine Menge zu tun

Bernd Peters

Von Bernd Peters

Sa, 24. Oktober 2020

Rock & Pop

Liebeslieder sind okay, sagt Shemekia Copeland. Aber sie will über andere Dinge singen: Waffengewalt, Rassismus, Gier. Oder das Schiff Clotilda, mit dem selbst nach dem Verbot der Sklaverei Afrikaner nach Amerika gebracht wurden und das versenkt wurde, um die Beweise zu vernichten. Mit dem vor Kraft strotzenden Titel "Clotilda’s On Fire" eröffnet Copeland ihr Album "Uncivil War" und zeigt allen, wie zeitgemäß Blues ist und wie viel er zu sagen hat – über ein zerrissenes Land ("Uncivil War"); darüber, wie aus dem Sexismus der jungen Rolling Stones ein emanzipierter Befreiungssong wird ("Under My Thumb"). Oder über die Tatsache, dass die Bürgerrechtsbewegung noch eine Menge zu tun hat. Nashville-Star Will Kimbrough hat der Platte einen quicklebendigen Klang verschafft, illustre Gäste wie der Gitarrist Duane Eddy setzen dem Werk die Glanzlichter auf. Aber auch ohne deren Beteiligung wäre dies eine der wichtigsten Platten des Jahres geworden.

Shemekia Copeland: Uncivil War (Alligator/in-Akustik).