Pro & Contra

Brauchen wir höhere Steuern auf Kapitalerträge?

Hannes Koch,Franz Schmider, Bernd Kramer

Von Hannes Koch, Franz Schmider & Bernd Kramer

Mo, 02. Juni 2014 um 11:59 Uhr

Wirtschaft

Die Schweiz und Singapur wollen bisher streng gehütete Informationen über Kapitalanleger weitergeben. Ist es da noch nötig, Kapitalgewinne niedriger zu besteuern als Arbeitseinkommen?

Wer viel Geld auf der Bank hat, zahlt für Zinsgewinne weniger Steuern als Arbeitnehmer auf den Lohn. Die große Koalition debattiert darüber, ob das geändert werden soll.
Ob die Kapitalertragssteuer der Gerechtigkeit dient, war immer umstritten. Linke sahen in der niedrigen Abgabe für Kapitalgewinne eine Bevorzugung der Gutsituierten, selbsternannte Realisten wie der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sagten, so könne man den Reichen wenigstens ein paar Milliarden Euro entlocken. Fünf Jahre, nachdem die erste Große Koalition unter Angela Merkel die Abgeltungsteuer einführte, debattiert ihr neues Regierungsbündnis über die Abschaffung.
Käme es dazu, würde das für Bürger, die Aktienpakete, Beteiligungen an Fonds oder hohe Sparguthaben besitzen, auf eine Steuererhöhung hinauslaufen. Denn heute brauchen sie von ihren Kapitalgewinnen nur 25 Prozent Steuer abzuführen. Arbeitnehmer zahlen auf Löhne und Gehälter bis zu 42 Prozent Einkommensteuer. "Es spricht einiges dafür, alle Einkommen gleich zu besteuern", sagt Ökonom Thilo Schaefer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.
Warum wird das bisher nicht gemacht? Als Union und SPD 2007 die Kapitalertragssteuer senkten, wollten sie damit etwas gegen Steuerhinterziehung unternehmen. Denn viele Eigentümer dicker Konten verschwiegen den Finanzämtern damals, wie viel sie wirklich ...

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