Ein Tag im Seniorenpflegeheim Breisach

Alltag zwischen Fürsorge und Zeitdruck

Elisabeth Saller

Von Elisabeth Saller

Do, 13. August 2015

Breisach

Auch im Breisacher Seniorenpflegeheim haben die Mitarbeiter alle Hände voll zu tun.Trotzdem ist die Situation entspannter als in vielen anderen Einrichtungen.

"Frau Meier, es gibt Essen", ruft Sandro Baumgarten und streichelt die Seniorin, die über einem Buch vertieft sitzt, am Oberarm. Sie hat wohl die Glocke, die die Bewohner im Breisacher Seniorenpflegeheim zum Mittagessen ruft, nicht gehört. Langsam bewegt sie die Räder ihres Rollstuhls und dreht sich um. Sandro Baumgarten stellt sich hinter den Rollstuhl, als wolle er diesen in den Speisesaal schieben, greift dann aber doch nicht an die Griffe. Frau Meier schafft es alleine an ihren Tisch.
Der 25-Jährige hat im Juli das Examen zum Altenpfleger abgelegt. Drei Jahre hat er dafür die Marta-Belstler-Schule in Freiburg besucht und die praktische Ausbildung in Breisach absolviert. Jetzt hat er "einen 100-prozentig sicheren Arbeitsplatz", wie er sagt. Denn Altenpfleger sind gesucht. Eine Modellrechnung des Statistischen Bundesamts und des Bundesinstituts für Berufsbildung sagt vorher, dass 2025 in Deutschland rund 152 000 Beschäftigte in Pflegeberufen fehlen werden.

13.30 Uhr, die Arbeit

beginnt mit der Übergabe
Für Sandro Baumgarten beginnt die Nachmittagsschicht auf der Station "Schlossberg". Im Stationszimmer, das sich gegenüber dem Speisesaal befindet, trifft er sich mit Kolleginnen zur Übergabe. Über jeden Bewohner tauschen sie sich kurz aus: Wer ist krank, wer im Krankenhaus, wer hat gerade schlechte Laune, wer hat am Morgen geduscht? Sandro trinkt seinen Kaffee und macht sich mit einem grünen Kugelschreiber Notizen. Den Stift benötigt er ständig und steckt ihn sich an den Halsausschnitt seines weißen T-Shirts.
Das ...

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