Fahrzeugausfall

Breisgau-S-Bahn startet mit Panne in die zweite Woche nach den Sommerferien

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Di, 22. September 2020 um 12:22 Uhr

Gottenheim

Weil ein technisches Problem das Koppeln zweier Züge der Breisgau-S-Bahn am Montagmorgen vereitelten, drängelten sich Pendler und Schüler in einem Fahrzeug und konnten keinen Abstand einhalten.

Fahrzeugpanne und übervoller Zug: Die Breisgau-S-Bahn ist am Montagmorgen gleich mit Problemen in die zweite Woche nach Ende der Sommerferien gestartet. Die Störung trat am Morgen just zu der Zeit auf, in der neben vielen Berufspendlern auch Schüler den Nahverkehr nutzten, und das deutlich mehr als zu Beginn der ersten Schulwoche, als noch nicht alle Klassenstufen mit einem vollen Stundenplan am Start waren.

Nur ein dreiteiliger Zug fährt zur Spitzenlastzeit

Die Störung nahm am Morgen ihren Anfang im Hochschwarzwald. Ein von Neustadt kommender Elektrotriebwagen konnte wegen einer technischen Störung nicht, wie geplant, in Titisee mit einem weiteren Triebwagen gekoppelt werden. Also fuhr nur ein Triebwagen nach Freiburg und von dort weiter nach Breisach. Es handelte sich um einen kleinen, dreigliedrigen Triebwagen, des Typs Coradia Continental, wie er seit der Elektrifizierung der Bahnlinie Mitte Dezember zusammen mit einer viergliedrigen Version zum Einsatz kommt. Dieser kleine Zug wendete in Breisach pünktlich um 7.19 Uhr zur Rückfahrt nach Freiburg. Seine 164 Sitzplätze reichten aber schon in Breisach nicht mehr aus. In Gottenheim, wo Umsteiger der aus Endingen kommenden Linie S 12 zusteigen wollten, ging dann gar nichts mehr. Die Leute standen dicht gedrängt in dem Zug, etliche mussten draußen am Bahnsteig bleiben, ebenso wie am nächsten Halt in Hugstetten.

Fahrgäste sorgen sich wegen Corona-Regeln

Fahrgäste zeigten sich schockiert, dass es keinerlei Möglichkeit gab, die wegen der Corona-Pandemie vorgesehenen Abstände zwischen den Personen auch nur halbwegs einzuhalten. "Es ist völlig inakzeptabel, dass die Bahn sehenden Auges eine solche Situation zulässt", teilte ein BZ-Leser mit. "Ich habe mittlerweile bei jeder Zugfahrt Panik, weil ich Angst habe mich anzustecken, da der Abstand nicht eingehalten wird", erklärte eine weitere Leserin.

Auf Anfrage teilte die Bahn mit, dass unterwegs kein Fahrzeug zur Verfügung gestanden habe, um die Zugkapazität auszuweiten. Man bedaure, dass es für die Fahrgäste zu diesen Problemen gekommen sei. Vergangene Woche hatte das Verkehrsministerium in Absprache mit der Bahn mitgeteilt, dass im Schülerverkehr zusätzlich Busse zu stark belasteten Bahnverbindungen eingesetzt werden sollen. Im Landkreis gilt dies bisher nur für eine Verbindung von Löffingen nach Neustadt.

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