Schwarzwaldbahn bei Gengenbach

Brennender Arbeitszug rollte auf Offenburg zu - Lokführer sprang ab

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Do, 09. Juli 2020 um 14:10 Uhr

Gengenbach

Durch eine kontrollierte Entgleisung haben Einsatzkräfte die Irrfahrt eines brennenden Arbeitszugs bei Gengenbach gestoppt. Der Zug hatte bereits eine rund 25 Kilometer lange lokführerlose Fahrt durchs Kinzigtal hinter sich.

Um 11.05 Uhr wurde die Bundespolizei am Donnerstag über die Irrfahrt informiert. Der Reparaturzug der Deutschen Bahn rollte brennend von Hausach in Richtung Gengenbach. Der Triebwagenführer hat den brennenden Zug, der mit 30 bis 50 Stundenkilometer unterwegs war, während der Fahrt verlassen. Da die Gefahr bestand, dass der Zug bis Offenburg durchrollt, hatten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr für diesen Fall bereits am Offenburger Bahnhof postiert.

Letztlich entschieden aber die Verantwortlichen bei den Einsatzkräften, den Zug bei Gengenbach kontrolliert entgleisen zu lassen. Dafür stehen der Bahn besondere Keilkonstruktionen zur Verfügung. Er konnte letztlich auf einem Firmengleis südlich des Bahnhofes Gengenbach zum Stehen gebracht werden. Dort stand der brennende Zug, der aus den Gleisen gesprungen war, auf Höhe des ehemaligen Hukla-Areals, wie ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage bestätigte. 300 bis 400 Meter südlich vom Bahnhof Gengenbach.

Video: Brennender Zug rollt durch die Ortenau



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Strom in Oberleitungen ausgeschaltet

Die Feuerwehr war mit Löscharbeiten beschäftigt. Deshalb war der Strom in den Oberleitungen ausgeschaltet. Der Zugverkehr auf der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Gengenbach war in beide Richtungen unterbrochen.

Über die Ursache der lokführerlosen Fahrt von Hausach nach Gengenbach gibt es derzeit noch keine genauen Erkenntnisse. Der aus dem brennenden Zug abgesprungene Lokführer soll laut einem Sprecher der Bundespolizei zu dem Vorgang befragt werden. Nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Bundespolizei könnte der Brand in der Lok bei Arbeiten auf der Schwarzwaldbahn bei Hausach entstanden sein. Möglicherweise haben die Bremsen des Fahrzeugs durch den Ausbruch des Feuers versagt. Daraufhin habe der Zug seine unkontrollierte Fahrt in Richtung Offenburg begonnen.

Haben die Bremsen durch das Feuer versagt?

Von Personenschäden ist der Bundespolizei aktuell nichts bekannt. Der Zug hat auf seiner rund 25 Kilometer langen Irrfahrt durch das Kinzigtal von Hausach, über Haslach, Steinach, Biberach bis Gengenbach mehrere Böschungen in Brand gesetzt.

Wie die Bundespolizei am Nachmittag auf Anfrage mitteilte, wurde der Lokführer, der bei Hausach vom Zug abgesprungen war, später aufgefunden und zur Unfallstelle gebracht. Laut einem Polizeisprecher schweigt er derzeit zu dem Geschehen. Dieses ist nun Gegenstand der polizeilichen Aufarbeitung.

Durch den Vorfall kam es zu Verzögerungen im Zugverkehr. Die Bahn hatte zwischen Offenburg und Hausach einen Busersatzverkehr eingerichtet. Seit 16.45 Uhr ist die Strecke wieder befahrbar.