Kreis Heilbronn

Briefbombe verletzt drei Menschen in Lidl-Verwaltung in Neckarsulm

dpa, AFP, ohu, kmg

Von dpa, AFP, Oliver Huber & Konstantin Görlich

Mi, 17. Februar 2021 um 21:05 Uhr

Südwest

Gegen 14.50 Uhr explodiert in der Lidl-Zentrale in Neckarsulm eine Briefbombe, wie die Polizei am Abend bestätigt. Drei Menschen werden verletzt, das Gebäude evakuiert und durchsucht.

Bei einer Explosion in einem Verwaltungsgebäude der Supermarktkette Lidl in einem Industriegebiet in Neckarsulm sind am Mittwoch gegen 14.50 Uhr drei Personen verletzt worden, zwei davon leicht und eine mittelschwer.

Zunächst blieb unklar, ob es sich um eine Brief- oder Paketbombe handelte – die Bestätigung durch die Polizei kam erst am Mittwochabend: Es war eine Briefbombe. Zuerst hatte die Heilbronner Stimme davon berichtet. Rund um den Einsatzort in der Rötelstraße wurde alles weiträumig abgesperrt, rund 100 Menschen wurden aus dem Gebäude evakuiert. Der Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Lidl über Vorfall bestürzt

Am Nachmittag war es bei der Öffnung eines Briefes zu der Explosion gekommen, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. "Wir sind tief bestürzt über den Vorfall und wünschen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute und schnelle Genesung", hieß es weiter. Die drei Verletzten seien umgehend medizinisch betreut worden.

Weiteren Angaben der Polizei zufolge durchsuchten Spezialisten des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zusammen mit Sprengstoffspürhunden des Polizeipräsidiums Heilbronn das gesamte Gebäude. Hierbei wurden keine weiteren verdächtigen Gegenstände aufgefunden. Die Ermittlungen dauern an.

Zusammenhang mit anderer Explosion wird geprüft

Die Polizei prüft gleichfalls, ob ein Zusammenhang mit der Verpuffung in der Warenannahme eines Getränkeherstellers in Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis) bestehe. Dabei wurde am Dienstag ein Mitarbeiter verletzt. Er erlitt ein Knalltrauma. Sachschaden entstand nicht.

Laut Polizei war für die Verpuffung ein Paket ursächlich, das der Mann angenommen hatte. Hier war der Hintergrund zunächst auch unklar.