Bruchlandung im tiefen Dschungel

Wolfgang Scheu

Von Wolfgang Scheu

Di, 21. Januar 2020

Bonndorf

Räuber präsentieren beim Zunftabend ein begeisterndes Programm / Die Reise mit "Air Albatross" wird keiner so schnell vergessen.

BONNDORF-GÜNDELWANGEN. Unfassbar, was die Gündelwanger Räuber mit allen beteiligten Vereinen beim Zunftabend auf die Beine stellten. 16 Nummern in knapp drei Stunden, das soll ihnen einer nachmachen. Und das, ohne einen einzigen langweiligen Hänger.

Beim Blick in die Gesichter der Akteure merkte man schnell: Es machte allen riesigen Spaß beim Zunftabend der Räuber. Die Freude übertrug sich von Anfang an auf die Besucher. Nach dem Einmarsch, natürlich mit Gündelwanger Räubern, Hexen, Pflumeschluckern, Dengele, Heuhoppern und anderen Narren unter den Klängen der Gundelsteiner ging die Reise los. Die Narren machten eine Flugreise, ganz vorne im Flieger Bruno Zehnder und seine Kresenz (Mechthild Nägele) mit Flugangst und ebenso lustigen wie bissigen Kommentaren. Der Flieger stürzt ab im Dschungel, das war die Rahmenhandlung des Abends.

Die Räuberkinder machen den Anfang mit ihrem fröhlichen Dschungeltanz, die Stewardessen der Air Albatross (nur echt mit dem Vogel auf dem Kopf) und die Hexen begeistern ebenso wie die Räuberfrauen beim Affentanz. Nach dem tollen Charleston der sieben Landfrauen war es dann soweit, sie durften nicht ohne Zugabe von der Bühne. Und die Tänzer der Ranzengarde geizten nicht mit ihren Reizen, nur mit Schürze, Handschuhen und Bratpfanne waren sie bekleidet.

Gesungen wurde live von den Damen Martina und Bianca Schaller, sowie Sabine Duttlinger. " Ganz wiet weg" hieß der Song über die Körperteile von Mann und Frau, die mit zunehmendem Alter mehr und mehr von der Schwerkraft in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Altnarrenräte Robert Kaltenbach und Klaus Mogel sangen sonnige und regnerische Lieder und nach dem Duett von Leon Stoll und Linus Sedlak wird man den Urschrei von Letzterem wohl lange nicht vergessen. Ein " ganz großes Herz" und ihr Gesangstalent bewiesen Martha Sedlak, Dunja Salomon, Petra Isele und Bianca Schaller. Aber auch Playback kann begeistern – umwerfend demonstriert von Tarzan (Ingo Stegerer), seiner Jane (Bruno Isele) und Dr. Bob (Stefan Wissler). Wie schon vor ein paar Jahren als verrückte Hühner waren sie diesmal wieder ein Höhepunkt unter vielen großartigen Nummern. Sie mögen als Kinder vielleicht zu oft die Mini Playback Show geschaut haben – ihre Playbacknummer mit Songfragmenten vieler bekannter Hits war zum Schießen komisch.

Julia Risle stellt zwischendurch klar, dass sie weder eine Beziehung noch ein Kind mit Linus Sedlak hat. Zusammen mit dem süßen Mädel mit den roten Zöpfen (sie hieß Greta Thunfisch ...oder so), waren sie das Moderatorentrio. Dass die kleine Greta zum Abschied die Perücke lupfte und sich als Bub (Nikolas Hofmeier) zu erkennen gab, war nicht die einzige Überraschung, die den Gündelwangern beim Zunftabend gelungen ist.

Und alle waren sich am Ende einig: Der Vorsitzenden der Räuber, Martina Schaller, gilt ein donnernder Sonderapplaus. Sie hatte, wie immer, die Gesamtregie des Abends übernommen. Linus hat es am Ende geschafft, das Flugzeug zu reparieren. Bruno, Kresenz und die anderen Passagiere sind auf jeden Fall wieder heil gelandet und können die Fasnet nun in Gündelwangen feiern.

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