Buchmann hat gut lachen, Sagan hadert dagegen

dpa

Von dpa

Sa, 05. September 2020

Radsport

Die siebte Etappe der Tour de France gewinnt aber ein Belgier.

Immerhin hatte Emanuel Buchmann noch gut lachen. "Das war ein richtig guter Tag. Es geht nach vorne. Das ist ein guter Schritt gewesen", sagte der deutsche Hoffnungsträger, der durch den cleveren Überraschungsangriff seines Bora-Hansgrohe-Teams auf der siebten Etappe der 107. Tour de France einen Sprung vom 17. auf den zwölften Platz der Gesamtwertung gemacht hat (22 Sekunden zurück). Doch das eigentliche Ziel hat die deutsche Mannschaft klar verpasst, nachdem Peter Sagan die Vorarbeit im Schlusssprint nicht vollenden und den so sehnlichst erhofften Etappensieg nicht einfahren konnte.

Entsprechend angefressen war Buchmanns berühmter Teamkollege. "Das ist bitter, aber so ist Radsport", haderte der dreimalige Weltmeister, der im Sprint zunächst eingeklemmt war und am Ende nicht über Platz 13 hinauskam. Stattdessen triumphierte nach 168 Kilometern von Millau nach Lavaur wieder der belgische Überflieger Wout van Aert (Team Jumbo). Der Mailand-Sanremo-Champion setzte sich vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen (NTT Pro Cycling Team) und dem Franzosen Bryan Coquard (Team Vital Concept) durch. Van Aert feierte bereits seinen zweiten Etappensieg bei der 107. Auflage der Frankreich-Rundfahrt.

Dabei hatte das Bora-Hansgrohe-Team durch einen frühen Angriff das Feld auseinandergerissen und alles für Sagan vorbereitet. Als Trostpreis blieb dem Slowaken Sagan nur das Grüne Trikot, das er seinem Ex-Teamkollegen Sam Bennett wieder abnahm. Der 30-jährige Sagan ("Ich habe im Finale viele Punkte verloren") muss derzeit die längste sieglose Phase seiner Profikarriere verkraften. Zuletzt hatte er am 10. Juli 2019 triumphiert – bei der Tour-Etappe in Colmar.

Einen Erfolg brachte die Attacke von Bora-Hansgrohe aber mit sich. So verloren einige aussichtsreiche Fahrer wie das slowenische Top-Talent Tadej Pogacar und der frühere Tour-Vierte Mikel Landa (Spanien) wichtige Sekunden. Der Brite Adam Yates (Team Mitchelton-Scott) verteidigte das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Er hat drei Sekunden Vorsprung auf Primoz Roglic (Slowenien/Team Jumbo), neun auf Guillaume Martin (Frankreich/Solutions Credits) und 13 auf Vorjahressieger Egan Arley Bernal (Kolumbien/Ineos Grenadiers). Der in Freiburg lebende Simon Geschke (Team CCC) wurde auf der siebten Etappe 112. und belegt in der Gesamtwertung Rang 81. mit 48:07 Minuten Rückstand auf Yates.

8. Etappe, Samstag: Cazeres - Loudenvielle (141 km). 9. Etappe, Sonntag: Pau - Laruns (153 km/beides Etappen in den Pyrenäen).