Buhnenfüllend und stimmenstark

Ulrike Le Bras

Von Ulrike Le Bras

Di, 28. Juni 2022

Offenburg

Eindrucksvolles Konzert der Chöre Unerhört, Black Notes, des Oststadt-Chörles und Hannah Bühler.

. Bei einem sehr gut besuchten Benefizkonzert zugunsten des Vereins "Frauen helfen Frauen" sind am Samstagabend im Schillersaal die Vokalensembles Black Notes, Oststadt Chörle und Chor Unerhört sowie die Solistin Hannah Bühler aufgetreten.

Die Freude über den enormen Publikumszuspruch war den beteiligten Sängerinnen und Sängern ins Gesicht geschrieben: dass trotz zahlreicher weiterer Veranstaltungen in der Stadt zusätzlich noch weitere Sitzgelegenheiten herangeschafft werden mussten – hat die Erwartungen der Beteiligten positiv übertroffen und für aufgeregtes Summen im Saal gesorgt.

Das aber erstaunlicherweise sofort abebbte, als die aus Zell-Weierbach stammende junge Sängerin und Gitarristin Hannah Bühler ihre zugleich vogelleicht schwebende und dennoch eindrückliche Stimme zum ersten Lied erklingen ließ. "Ozean", so der Song der deutschen Band "Annen May Kantereit", der dazu Mut macht, "ein Meer zwischen sich und seine Vergangenheit" zu stellen, im Leben immer wieder neu anzufangen. Das inhaltlich ebenso eindringliche Lied, "Steh auf" hatte Hannah eigens für diese Veranstaltung komponiert, beide Vorträge wurden mit frenetischem Applaus bedacht.

Einen Impuls zum Nachdenken über die Frage, ob das Jubiläum "40 Jahre Verein Frauen helfen Frauen" wirklich ein Grund zum Jubilieren sei, gab Ingrid Kunde als eine der Aufsichtsrätinnen des Vereins den Besuchern in ihrer kurzen Ansprache: "Unser Haus ist – leider, muss man sagen – immer voll." Häusliche Gewalt fordere auch nach 40 Jahren Engagement und Aufklärungsarbeit immer noch Opfer, betroffen seien nicht nur Frauen, sondern auch die zugehörigen Kinder. Die am Ausgang erbetenen Spenden würden also dringend benötigt, unter anderem für neue Wohnprojekte.

Was sich danach auf der Bühne abspielte, kann man als Feuerwerk der modernen Chormusik bezeichnen. Unter der Leitung von Petra Rosenberg-Dufner, am Klavier begleitet von Xenia Petersen-Blahuschek, enterten drei beeindruckende Gesangsensembles die Bühne, beginnend mit dem kleinen, neu formierten Chor für Satzgesang, Black Notes. Zu seinem Repertoire gehören Songs wie "All Of Me" , den der Amerikaner John Legend im Jahr 2013 zum Hit machte. Etwas länger zusammen, doch auch erstmals auf der Bühne des Schillersaals, haben im Anschluss die rund zehn Sängerinnen und Sänger des Oststadt-Chörles das Publikum mit einer Auswahl an "Queerbeet a-cappella"-Liedern erfreut. Darunter das flotte israelische Stück "Bashana" oder eine Version des Coldplay-Hits "Viva La Vida".

Bühnen-füllend und stimmenstark dann der Auftritt des Chors Unerhört, der mit ganz großen Ohrwürmern aufwarten kann. Darunter der "Caravan Of Love", Michael Jacksons "Earth Song" oder der Benefiz-Klassiker schlechthin, "We Are The World", der in Textzeilen wie: "We are the ones to make a brighter day, so let’s start giving" dazu aufruft, zu spenden, was das Zeug hergibt, um die Welt ein Stück heller zu machen.