Helden-Videoclips

Bundesregierung wirbt für die Corona-Regeln – und zwar mit Humor

Jan Dörner

Von Jan Dörner

Mo, 16. November 2020 um 11:14 Uhr

Panorama

Ein Spot der Bundesregierung ruft vor allem junge Menschen dazu auf, zur Eindämmung der Pandemie möglichst wenige Kontakte zu haben. Ist das Video ein gelungener Gag – oder eine Peinlichkeit?

Dramatische Musik im Hintergrund, ein älterer Herr namens Anton Lehmann erinnert sich an den Winter 2020. 22 Jahre sei er damals gewesen, als die zweite Welle kam. Von Gefahr, Front und Schicksal, spricht Lehmann und sagt voller Stolz: "So wurden wir zu Helden".

Opa erzählt vom Krieg? Nein, ein Spot der Bundesregierung, der vor allem junge Menschen augenzwinkernd dazu aufruft, zur Eindämmung der Corona-Pandemie möglichst wenige Kontakte zu haben. Das einzig Richtige habe seine Generation damals getan, so die Figur Anton Lehmann – nämlich absolut gar nichts.

Corona-Kampagne der Bundesregierung: Besondere Helden (Clip 1)



Faul wie die Waschbären seien sie gewesen: "Tage und Nächte lang blieben wir auf unserem Arsch zu Hause und kämpften gegen die Ausbreitung des Coronavirus." Die Bilder dazu zeigen den jungen Anton Lehmann, wie er vor der Glotze auf dem Sofa klebt und Chips in sich hineinstopft. Ist das Video ein gelungener Gag oder eine politische Peinlichkeit?

Corona-Kampagne der Bundesregierung: Besondere Helden (Clip 2)



Im Netz rufen dieser und weitere Clips unter #besonderehelden große Begeisterung ebenso hervor wie tiefe Empörung. Von Propaganda, Kriegsrhetorik oder Kopfschütteln ist in kritischen Kommentaren die Rede. Andere überschreiten – wie so oft im Netz – die Grenzen von Anstand und Respekt. Dabei ist der besagte gut 90 Sekunden lange Spot nicht nur gut gefilmt, er ist trotz des Ernstes der aktuellen Lage auch witzig. Muss man darüber lachen? Nein, nicht unbedingt. Aber man kann. Und das ist doch schon was in diesen Zeiten.

Corona-Kampagne der Bundesregierung: Besondere Helden (Clip 3)