Bundeswehr kämpft gegen den Klimawandel

Jan Dörner

Von Jan Dörner

Di, 06. Oktober 2020

Deutschland

Neue Anforderungen für Truppe.

. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sieht durch den Klimawandel Belastungen auf die Bundeswehr zukommen. "Die Bundeswehr wird absehbar mehr gefordert sein: In laufenden Einsätzen genauso wie bei möglichen Einsatzverpflichtungen in der Katastrophennothilfe oder bei humanitären Hilfseinsätzen", sagte sie der BZ. "Die Folgen des Klimawandels stellen eine zentrale Herausforderung für die globale Stabilität und Sicherheit dar", erläuterte sie am Beispiel der Sahelzone in Afrika: "Anhaltende Dürren zwingen die Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen, gesellschaftliche Konfliktlinien vertiefen sich, schwindende Existenzgrundlagen werden zum Nährboden für Terrorismus." Der Klimawandel stelle aber auch die Bundeswehr und ihre Soldaten vor neue Anforderungen, im "Einsatz in der dürregeplagten Sahel-Region genauso wie bei der Waldbrandbekämpfung in Deutschland", sagte Kramp-Karrenbauer. "Wir müssen unsere Streitkräfte so aufstellen, dass sie resilient und reaktionsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels bleiben: Das betrifft Ausrüstung und Infrastruktur genauso wie unsere Krisenfrüherkennung und Ausbildung." Der Klimawandel spiele daher nicht nur bei Ausbildung und Übungen der Soldaten bereits eine Rolle, auch bei der Materialbeschaffung gebe es neue Anforderungen.

Nach Einschätzung des Grünen-Verteidigungspolitikers Tobias Lindner haben Bundesregierung und Bundeswehr allerdings noch "sehr viel Nachholbedarf", wenn es um die Anpassung der Truppe an den Klimawandel geht. "Im gesamten Beschaffungsprozess muss die Klimakrise künftig mehr in den Blick genommen werden", sagte er. Der Grünen-Politiker verlangt von der Bundeswehr zudem, sich selbst klimaschonender aufzustellen. "Als Großorganisation hat die Bundeswehr einen erheblichen CO2-Ausstoß."