Kostenlose Führungen

Tausende nutzen den Internationalen Museumstag in Freiburg

Theresa Metternich

Von Theresa Metternich

Mo, 20. Mai 2019 um 11:43 Uhr

Freiburg

Tausende Erwachsene und Kinder schauten sich am Sonntag Ausstellungen an und nahmen an den Aktionen teil. Auch BZ-Mitarbeiterin Theresa Metternich war dabei.

Hawaiianische Blumenketten basteln, eine eigene Sanduhr bauen oder nach dem Vorbild der Römer seinen Namen in ein Messingschild stanzen: Beim internationalen Museumstag boten die städtischen Museen am Sonntag nicht nur zahlreiche Führungen, sondern auch viele Gelegenheiten, um selbst kreativ zu werden.

Museum für Natur und Mensch

Der Basteltisch im Erdgeschoss ist beliebt: Mütter und Väter schneiden zusammen mit ihren Kindern konzentriert Blumenmuster in gefaltete Servietten, daneben unterhalten sich junge Erwachsene beim Basteln über die Partys der letzten Abende. Immer mehr Neugierige gucken ringsherum zu, bis sie selbst auch einen Platz am Tisch ergattern. Was sie anlockt, sind die typischen bunten Blumenketten aus Hawaii, auch Lei genannt. Diese Ketten zu machen, sieht einfacher aus, als es ist: Beim ersten Versuch sieht das ausgeschnittene Serviettenstück noch nicht wie eine Blume aus; dann ist das Loch in der Mitte so groß, dass die Blüten über die Strohhalme, die sie auseinanderhalten sollen, rutschen. Aber auch ohne die perfekte handwerkliche Ausführung entsteht am Ende eine bunte Kette, die an Urlaub auf Hawaii denken lässt. Und dafür sei die Aktion gedacht, erzählt Museumspädagoge Carsten Stark: "Das Basteln soll auf die Südsee-Ausstellung aufmerksam machen, die am 8. Juni startet. Dort beleuchten wir die Südsee von verschiedenen Seiten, einerseits als Traumvorstellung, aber auch zum Beispiel mit Blick auf die Vermüllung der Meere."

Museum für Stadtgeschichte

Weiter geht’s zum Museum für Stadtgeschichte, in dem man Sanduhren bauen kann. Die Mitmach-Station knüpft an die Familienführungen zum Thema Zeit an. "Wann haben die Menschen angefangen, Zeit einzuteilen und zu messen, und wie haben sie das gemacht?", formuliert Mitarbeiterin Vera Rammelkammer die Leitfrage der Führungen. Dazu passe die Sanduhr als frühe Form der Zeitmessung gut. Die Kinder, die mit Begeisterung die kleinen Flaschen mit Sand in verschiedenen Farben befüllen, zusammenbauen und mit einer Skala versehen, stellen gleich mehrere Uhren her, die sie als Zeitmesser sonst nur vom Zähneputzen kennen. Und so freut sich ein Mädchen, als beim Test der Sand in ihrer Uhr schneller durchläuft als bei denen der anderen: "Dann muss ich weniger putzen!" Liane Grafmüller ist mit ihrem Sohn Nathan, 9, und einer befreundeten Familie gekommen und hilft ihren Kindern beim Basteln. "Wir nutzen heute das volle Bastelprogramm aus und gehen gleich noch ins Colombischlössle. Es ist schön, dass die Kinder selbst etwas machen können, wir Erwachsenen freuen uns dann eher auf die Führungen."

Archäologisches Museum Colombischlössle

Das neue Accessoire für den Koffer kann man im Colombischlössle herstellen: Gepäckanhänger mit dem eigenen Namen. Historiker Max Thomé drückt den Kindern und mir einen Streifen aus Messing in die Hand und schon geht’s los: Mit einem Stift mit runder Spitze werden Punkte durch das Messing gedrückt, die den Namen spiegelverkehrt ergeben. Einmal zusammenfalten und ein Lederband befestigen, schon ist der Anhänger fertig. Im römischen Militär habe man solche Anhänger gefunden, auf ihnen waren allerdings die Legionen eingetragen, sagt Max Thomé. Damit sei markiert worden, welche Ausrüstung zu welcher Legion gehörte. Auch die Kelten hätten die Technik des Stanzens schon gekannt. Und tatsächlich ist in der Ausstellung ein Streifen aus Bronze zu sehen, der ganz ähnlich aussieht wie der eigens hergestellte.