CAS hebt Sperre gegen Witali Mutko auf

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Von dpa

Fr, 12. Juli 2019

Olympische Spiele

Der ehemalige Sportminister Russlands siegt vor Gericht.

LAUSANNE (dpa). Die Schlüsselfigur im russischen Doping-Skandal darf nicht lebenslang von den Olympischen Spielen ausgeschlossen werden. Der Internationale Sportgerichtshof CAS erklärte die 2017 verhängte Sanktion gegen den früheren russischen Sportminister Witali Mutko für ungültig. Hoffnungen, 2020 in Tokio oder 2022 in Peking wieder auf der Tribüne sitzen zu können, sollte sich der 60-Jährige aber nicht machen.

Der CAS urteilte im Grundsatz, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) den heutigen Vize-Regierungschef nicht hätte sperren dürfen, weil dieser an den später von dem Skandal erschütterten Heim-Winterspielen 2014 in Sotschi weder als Sportler noch als Trainer oder offizielles Mitglied der russischen Delegation teilgenommen hatte. Dem IOC fehlte schlicht die Entscheidungsgewalt.

Mutko zeigte sich zwar "zufrieden". Das Urteil bedeutet aber keinen Freispruch von den Vorwürfen, die der Politiker bis heute bestreitet. Das IOC sieht Mutko als eine, wenn nicht als die zentrale Figur des Skandals an, der dazu geführt hatte, dass Russland nur mit einer Rumpfmannschaft zu den Sommerspielen 2016 nach Rio de Janeiro reisen durfte und bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ohne Flagge und Hymne antreten musste.

Der CAS habe mit dem Urteil nur die "formale" Frage beantwortet, ob das IOC Menschen außerhalb der olympischen Bewegung sanktionieren dürfe, teilte der Olympia-Dachverband mit. Gleichzeitig verdeutliche die Entscheidung aber, dass das IOC in Bezug auf künftige Olympische Spiele die Entscheidungshoheit über die Einladung von Personen oder die Vergabe von Akkreditierungen behalte. Selbst wenn Mutko die Absicht hätte, dürfte ein Besuch der kommenden Ausgaben des Großereignisses deshalb schwierig werden. Belastet worden war der langjährige Chef des nationalen Fußball-Verbands vor allen durch den Whistleblower Grigori Rodschenkow, den früheren Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors, der auch Staatspräsident Wladimir Putin zu den Mitwissern gezählt hatte. 2017 musste Mutko auch seinen Posten als Cheforganisator der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 räumen.