Bundesliga

Champions League knapp verpasst – SC Freiburg verliert in Leverkusen mit 1:2

dpa

Von dpa

Sa, 14. Mai 2022 um 17:31 Uhr

SC Freiburg

Spät und knapp unterliegt der SC Freiburg am letzten Spieltag der Bundesliga in Leverkusen. Kurz vor Schluss war die Champions League greifbar – ehe Freiburgs Gastgeber und auch RB Leipzig trafen.

Der Traum von der ersten Teilnahme an der Champions League ist für den SC Freiburg endgültig geplatzt. Eine Woche vor dem ersten Pokal-Endspiel der Vereinsgeschichte gegen RB Leipzig verloren die Breisgauer zum Liga-Abschluss das Fernduell mit den Sachsen um den letzten Platz in der Königsklasse. Nach dem 1:2 (0:0) bei Bayer Leverkusen rutschte der SC sogar noch auf Rang sechs hinter Union Berlin ab. Am Ende war es dennoch dramatisch, zwischenzeitlich fehlte dem SC ein Tor. Dennoch wird Freiburg erstmals seit fünf Jahren und zum fünften Mal in der Vereinsgeschichte europäisch spielen. Der sechste Rang in der Schlusstabelle bedeutet die Qualifikation für die Europa League.

"Es tut jetzt ein bisschen weh, wenn man Ende da steht und die letzten beiden Spiele verliert." Christian Günter
"Wenn uns vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir Europa League spielen, hätte das kaum einer geglaubt. Trotzdem tut es jetzt ein bisschen weh, wenn man Ende da steht und die letzten beiden Spiele verliert", sagte Kapitän Christian Günter: "Jetzt konzentrieren wir uns auf das Pokalfinale. Wir wollen das Ding unbedingt holen."

Leverkusen schon sicher auf Rang drei

Bayer war zuvor schon nach zwei Jahren wieder für die Champions League qualifiziert gewesen und holte zum Abschluss den erhofften Sieg zum Abschied von Rudi Völler. Der Weltmeister von 1990 geht nach mehr als 23 Jahren im Verein - zwei als Spieler, 21 in sportlichen Führungspositionen - in den Ruhestand, bleibt aber als Club-Botschafter und Mitglied des Gesellschafterausschusses erhalten.

Torjäger Patrick Schick verpasste derweil die Einstellung des Leverkusener Saisonrekords von Stefan Kießling (25 Treffer) - auch durch Mannschaftsgeist. Beim Führungstor liefen der Tscheche und Lucas Alario alleine aufs Tor zu, Schick legte ab (54.). Freiburg gelang der Ausgleich durch den zu Union Berlin wechselnden Jannik Haberer (88.). Als Torhüter Mark Flekken mitstürmte, schoss Exequiel Palacios in der siebten Minute der Nachspielzeit ins leere Tor und Bayer zum Sieg.

Verabschiedung von Rudi Völler

Völler wurde vor dem Anpfiff mit einer riesigen Spruch-Choreographie gehuldigt. Auf acht Bannern wurden berühmte Zitate Völlers ausgebreitet. Der Spieltag stand bei den Bayer-Fans wie immer zum Saison-Abschluss unter dem Motto "Finally Red". Die roten Shirts, die die Anhänger einheitlich anzogen, trugen diesmal die Aufschrift "Danke Rudi" und "Es gibt nur ein" Rudi Völler". Auch bei der offiziellen Verabschiedung lief aus den Stadio-Mikrofonen "Ein Rudi Völler" - der Song, den der Besungene nach eigener Aussage nicht mehr hören kann. Völler übernahm schließlich das Mikrofon und bedankte sich unter lautem Jubel der Fans - auch der Freiburger.

Die erste Chance hatten die nach zehn Gegentoren in den letzten drei Spielen zunächst vorsichtigen Gäste aus Freiburg. Nach einem Freistoß von Vincenzo Grifo kam Nationalspieler Nico Schlotterbeck in seinem letzten Spiel vor dem Wechsel zu Borussia Dortmund aus vier Metern zum Kopfball, bekam aber keinen Druck dahinter (15.). Die Gäste wurden nun mutiger, doch Lucas Höler traf per Kopf den Außenpfosten (20.), Nicolas Höfler verzog knapp (44.).

Freiburg riskiert alles, am Ende reicht es aber nicht

Kurz nach der Pause geriet Freiburg in Rückstand. Und fünf Minuten danach hielt Flekken stark gegen Paulinho, Schick traf beim Nachschuss die Latte. Die Freiburger versuchten es weiter vehement. Die Einwechslung von Rekord-Joker Nils Petersen und die Kunde vom Leipziger Rückstand in Bielefeld wirkten als Mutmacher - und kurz vor Schluss war nach Haberers Tor die Chance zum Greifen nahe. Doch dann glich Leipzig aus und Freiburg verlor, nachdem es volles Risiko gegangen war.

"Wir haben hopp oder topp gespielt und verloren." Christian Streich
Trainer Christian Streich wirkte durchaus enttäuscht, die Stimme war hörbar mitgenommen. "Die Meldung aus Bielefeld hat nochmal Energie gegeben: Noch ein Tor und du bist plötzlich in der Champions League", sagte er in Gedanken schwelgend: "In der Hektik habe ich nicht mitbekommen, dass Leipzig ausgeglichen hat. Wir haben dann hopp oder topp gespielt und verloren. Aber ich habe keine Bedenken, dass die Mannschaft nächste Woche nochmal alles reinhauen kann."
Statistik zum Spiel:
Bayer Leverkusen: Lunew - Kossounou, Tah, Tapsoba, Sinkgraven (67. Bakker) - Baumgartlinger (60. Aranguiz), Palacios - Paulinho (84. Hincapié), Diaby - Alario (60. Andrich), Schick (83. Azmoun)
SC Freiburg: Flekken - Kübler (60. Sildillia), Lienhart, N. Schlotterbeck, Günter - M. Eggestein (69. Haberer), Höfler - Sallai (79. J. Schmid), Grifo - Jeong (69. Petersen), Höler (79. Demirovic)

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen) - Zuschauer: 30210 (ausverkauft). Tore: 1:0 Alario (54.), 1:1 Haberer (88.), 2:1 Palacios (90.+7). Gelbe Karten: Diaby (8), Baumgartlinger (1) / M. Eggestein (2), N. Schlotterbeck (5), Sildillia (1)