Ski Alpin

Christina Geiger: "Ich war von mir selbst überrascht"

Maximilian Haupt, dpa

Von Maximilian Haupt & dpa

Mi, 20. Februar 2019 um 15:32 Uhr

Ski Alpin

Sechs Jahre musste der DSV bei einem City Event auf einen Podestplatz bei den Damen warten, nun holte Christina Geiger in Stockholm Rang zwei hinter Weltmeisterin Mikaela Shiffrin.

BZ: Sie haben in Stockholm das beste Resultat ihrer Karriere geholt. Ist das schon angekommen?

Geiger: Ja, so langsam kommt es. In dem Moment war ich doch ein bisschen überrascht. Es ging dann alles auch so schnell mit der Siegerehrung und hin und her. Da wusste ich gar nicht, was ich zu tun habe – die letzte ist doch schon lange her. Aber ja, so langsam realisiere ich das. Ein tolles Gefühl.

BZ: Warum hat es ausgerechnet hier funktioniert?

Geiger: Keine Ahnung. Es ging von Rennen zu Rennen schon immer besser. Nach der WM in Are war ich schon etwas verärgert aufgrund des vierten Platzes im Team-Event und dem Ausfall im Slalom. Jetzt habe ich einfach alles auf eine Karte gesetzt, ich hatte nichts zu verlieren. Und wenn man mal einen guten Lauf trifft, kommt man in einen Flow.

BZ: Der Skiweltverband will eine eigene Weltcup-Wertung für Parallel-Rennen einführen. Das sind gute Aussichten, oder?

Geiger: Das sind ganz gute Aussichten, mit dem Erfolg. Ich habe mir am Anfang schwer getan mit der Disziplin, aber dadurch, dass wir das oft trainiert haben – auch den Start, der funktioniert bei mir wirklich gut – läuft es da auch immer besser. Ich freue mich darauf, wenn das kommt im Weltcup. Dann habe ich auch eine zweite Disziplin, in der ich starten kann. Immer nur Slalom ist einseitig.

BZ: Was nehmen Sie sich für die beiden ausstehenden Slaloms vor?

Geiger: Einfach das Gefühl von heute. Ich habe es geschafft, den Ski laufen zu lassen und mich schnell zu bewegen. Nach der notwendigen Pause nach der WM will ich wieder gut trainieren, dann kann Spindleruv Mlyn kommen.

BZ: Weltmeisterin Mikaela Shiffrin sagte nach dem Rennen, sie habe Ihnen schon seit Jahren Siege und Podestplätze zugetraut. Wie sehr freut sie dieses Kompliment?

Geiger: Das freut mich sehr. Ich fand es auch cool Frau gegen Frau gegen sie fahren zu dürfen. Im ersten Lauf war es ja wahnsinnig eng, nur 0,01 Sekunden, da war ich selber von mir überrascht. Klar: Sie ist die beste Skifahrerin, ich bin überhaupt nicht traurig, dass es gegen sie nicht geklappt hat im Finale. Daher ist es schön, von ihr so Komplimente zu bekommen.

Christina Geiger (29) vom SC Oberstdorf ist Sportsoldatin und als Skirennläuferin auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom spezialisiert. Sie startete 2008 erstmals im Weltcup. Bei der Junioren-WM 2010 gewann Geiger Gold im Slalom.