Corona-Krise

Die Folgen für Arbeitsmarkt im Kreis Lörrach lassen sich nur erahnen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 01. April 2020 um 06:01 Uhr

Lörrach

Die Krise schlägt sich erst zeitverzögert in den Arbeitslosenzahlen nieder, meldet die Agentur für Arbeit. Die Anzeigen auf Kurzarbeit steigen momentan stark an.

"Von einer Frühjahrsbelebung, die sich in den Arbeitsmarktdaten für März zeigt, sind wir weit entfernt", betont Andreas Finke, Leiter der Lörracher Agentur für Arbeit, die für die Landkreise Lörrach und Waldshut zuständig ist, in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Denn die am Dienstag veröffentlichten Zahlen spiegelten die derzeitige Situation nicht wider. Das liegt daran, dass die Daten bereits mit Stichtag 12. März erhoben wurde – vier Tage, bevor die wirtschaftlichen Aktivitäten durch politische Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus stark eingeschränkt wurden.

Kleinstunternehmen sind stark betroffen

Seit gut zwei Wochen sei die Corona-Krise auch im Dreiländereck Teil unseres Alltags, schreibt Finke. Welche tatsächlichen Auswirkungen die notwendigen Restriktionen auf den Arbeitsmarkt haben, könne man derzeit nur erahnen. Waren in der Wirtschaftskrise 2008/2009 eher große Industrieunternehmen betroffen, treffe es nun besonders Kleinstunternehmen aus Gastronomie, Handel, Verkauf und der Dienstleistungsbranche, die sich erstmalig mit Kurzarbeit auseinandersetzen müssen.

Dementsprechend hoch seien die Unsicherheit und der Beratungsbedarf. "Unser Anrufaufkommen, der Eingang von Anzeigen auf Kurzarbeit und anderen Leistungen sind in den vergangenen Tagen förmlich explodiert und um ein Vielfaches höher als in den Vormonaten", berichtet Finke.

Existenzsichernde Leistungen haben Vorrang

Die Agentur stecke derzeit alle personellen Kapazitäten in die Einheiten, die existenzsichernde Leistungen auszahlen oder telefonisch dazu beraten. Eine konjunkturelle Trendwende auf dem Arbeitsmarkt hat sich laut Mitteilung schon vor der Corona-Krise abgezeichnet. Für April erwartet der Agenturchef dennoch keinen Einbruch der Arbeitslosenzahlen.

Kurzarbeit habe sich schon in der Finanzkrise als wirksames Instrument bewährt und Unternehmen durch auftragsschwache Zeiten geführt. "Jetzt gilt es, Beschäftigte nicht vorsorglich zu kündigen, sondern an Bord zu halten für die Zeit nach Corona." Dann brauchten Unternehmen eine schlagkräftige und gut qualifizierte Truppe, um wieder in den Wettbewerb einsteigen zu können."

Im März – vor der akuten Krise – ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Februar im Agenturbezirk um 181 Personen und im Landkreis Lörrach um 40 gesunken. Die Arbeitslosenquote ging jeweils um 0,1 Prozentpunkte zurück.