Interview

Corona-Impfstoff-Entwicklung in Tübingen: "Ein Wettlauf gegen die Zeit"

Katharina Meyer, Jörg Buteweg

Von Katharina Meyer & Jörg Buteweg

Di, 29. September 2020 um 10:28 Uhr

Wirtschaft

BZ-Plus Weltweit wird mit Hochdruck an einem Sars-CoV-2-Impfstoff geforscht – Curevac in Tübingen ist vorne dabei. Vorstandschef Franz-Werner Haas hofft auf eine Zulassung im dritten Quartal 2021.

Wie so oft sorgte US-Präsident Donald Trump für die nötige Öffentlichkeit. Er wolle ein Tübinger Unternehmen namens Curevac kaufen, das einen aussichtsreichen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickle, berichtete Mitte März die Zeitung "Welt am Sonntag". Damit stand ein Unternehmen im Rampenlicht, das bis dahin nur Fachleute kannten. Inzwischen hat sich der Bund an Curevac beteiligt, es gibt eine Kooperation mit Tesla-Chef Elon Musk. Über mangelnde Aufmerksamkeit kann Curevac nicht klagen. Was das Tübinger Unternehmen von anderen unterscheidet, die nach einem Corona-Impfstoff suchen, und wie man es übersteht, 20 Jahre lang Verluste zu machen, verriet Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas im Interview.
BZ: Curevac setzt ganz darauf, das körpereigene Botenmolekül RNA für die verschiedensten Therapien nutzbar zu machen. Können Sie das erläutern?
Haas: Curevac macht sich ein körpereigenes Prinzip zunutze. Um Krankheiten zu heilen oder einen Impfschutz aufzubauen, braucht der Körper bestimmte Proteine. Boten-RNA transportiert jeweils die Information zum Bau der Proteine an die Zielorte in den Zellen. Wir geben dem Körper nun mittels von uns hergestellter RNA die passende Information, damit er die gewünschten Proteine selbst herstellt. Dabei sind drei Dinge wichtig: Wie viel Protein soll produziert werden? Und wie lange? Wie hoch und wie langanhaltend soll die Immunantwort sein?

BZ: Sie forschen seit langem an RNA-Impfstoffen, etwa gegen Tollwut und Lassafieber – wie andere Pharmafirmen auch. Noch allerdings ist weltweit kein einziger RNA-Impfstoff zugelassen. Warum soll es ausgerechnet bei Covid-19 einen Durchbruch geben?
Haas: Eine neue Technologie zu etablieren, braucht wahnsinnig viel Zeit und Geld. Wir profitieren jetzt von der Arbeit an unserem ...

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