Bundeswehr-Freiwilligendienst

Dafür aufgebrachte Gelder fehlen im gesellschaftlichen Miteinander

Uta Pfefferle

Von Uta Pfefferle (Freiburg)

Di, 27. April 2021

Leserbriefe

Zu: "325 Rekruten für die Heimat", Beitrag von Jan Dörner (Politik, 7. April)

Geschickt eingefädelt hat Frau Kramp-Karrenbauer (AKK, CDU) mit ihren militärischen Hintermännern die unglaubliche Idee der Rekrutierung von jungen Menschen ab 17 für den sogenannten Heimatschutz. Und bei der Verunsicherung in pandemischen Zeiten und mangelnder Zukunftsperspektiven fallen schon 9000 junge Menschen auf diese Idee rein. Wie Peter Tauber von der CDU sagt, werden die verführten Leute nun das "militärische Handwerkszeug" lernen. So haben sie ein Auskommen und die gut angedachten, aber weniger finanzierten Freiwilligendienste für die Gemeinschaft fallen hinten runter. Hauptsache, das Militär bekommt Rekruten. So wurde über Jahrhunderte diese heimtückische Militärwerbung betrieben.

Da hilft kein Aufschrei der Wohlfahrtsverbände. AKK zieht ihren Plan durch, obwohl Caritas-Präsident Neher darauf hinweist: "Freiwilligendienste sind das Vorrecht der Zivilgesellschaft, nicht des Staates". Über die Bundesbahn lässt das sogenannte Verteidigungsministerium auf Riesenplakaten fleißig Werbung machen. Im Gegenzug dazu verwehrt die Chefetage der Bundesbahn den Friedensinitiativen, für Frieden zu werben. Die Badische Zeitung verdient sich auch gern etwas mit Bundeswehr-Werbung dazu: "Mach, was wirklich zählt!" Ja, was zählt denn wirklich? Absurderweise ist AKK froh, den Begriff "Heimat" mit ihrem "Heimatschutz" den "Rechten" abgeluchst zu haben. Zählt das? Warum gibt es denn die Rechten, warum klafft denn die Gesellschaft immer weiter auseinander? Verfehlte Politik, die uns jetzt noch diesen Hammer "Heimatschutz" aufdrückt.

Finanzielle Ressourcen werden verschlungen, die im gesellschaftlichen Miteinander fehlen. Wenn wir allen in ihrer jeweiligen Heimat ihren Frieden lassen, und Krisen mit Diplomatie angehen, wie viel Geld hätte dann eine zunehmend friedlichere Gesellschaft zur Verfügung? Würden nicht weiter Krisengebiete mit unseren Waffenlieferungen am Brodeln gehalten, könnten wir weltweit schon viel weiter sein. Das allerdings wollen die militärischen "Heimatschützer" wohl nicht. Uta Pfefferle, Freiburg