Kolumne

Danke, Klimawandel: Jetzt ruiniert uns das Wetter auch noch die Wirtschaft

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Di, 18. Juni 2019 um 07:53 Uhr

Kommentare

Wegen des unwägbaren Wetters wissen die Freizeitler morgens noch nicht, was sie abends machen. Diese Unberechenbarkeit hat auch Folgen für die Gastronomie.

Auf nichts ist mehr Verlass. In Zeiten des Klimawandels gilt das vor allem für das Wetter. Seit es sich entschlossen hat, Mitte Juni immer noch April zu spielen, sind die, die Urlaub haben, in der Bredouille und die, die keinen haben, auch. Weil man derzeit nie weiß, wie’s kommt,wissen die Freizeitler morgens noch nicht, was sie abends machen, und die Berufstätigen wissen morgens auch nicht, was die Freizeitler abends machen – was für manche Berufsstände ein Problem ist.

Wer in diesen Tagen einen Tisch im Außenbereich einer Gastwirtschaft reservieren will, reserviert deren gleich zwei: einen außen und einen innen. Man könne ja schließlich nie wissen, wie’s abends aussieht, wurde einer Kollegin mitgeteilt, die am Morgen einen Tisch für den Abend reservieren wollte. So wird die Kapazität der Gastwirtschaft quasi halbiert. Jetzt ruiniert uns das Wetter also auch noch die Wirtschaft – also die Gastwirtschaft. Danke, menschengemachter Klimawandel! "Alle reden vom Wetter, aber keiner unternimmt was dagegen", hat Karl Valentin mal gesagt. Allerdings ist Valentin vor 70 Jahren gestorben. Vom Klimawandel wusste er nichts. Vielleicht ist das also doch ein ewiges Problem. Dann hilft ein anderer Satz von Valentin: "Ich freu mich, wenn’s regnet. Denn wenn ich mich nicht freu, regnet es auch."