Einstimmig

Das Ein-Euro-Ticket für Lörrach ist beschlossene Sache

Willi Adam

Von Willi Adam

Sa, 25. Mai 2019 um 08:00 Uhr

Lörrach

Der Start für den City-Tarif soll im Sommer erfolgen. Gültig ist der Tarif aber erst werktags ab 9 Uhr. Die Kosten für ein Jahr liegen bei geschätzten 380.000 Euro.

Fahrten mit dem Öffentlichen Verkehr kosten demnächst in Lörrach nur noch einen Euro – vorausgesetzt, die Fahrt findet werktags nach 9 Uhr statt es wird im Voraus an städtischen Verkaufsstellen eine rabattierte Viererkarte zu vier Euro erworben. Das neue Ticket ist außerdem auf das Lörracher Stadtgebiet beschränkt, in anderen Zonen des Regio-Verkehrsbundes (RVL) gilt es nicht. Die Entscheidung fiel einstimmig.
Die abschließende Beratung über das Thema war vom Wahlkampf geprägt. Oberbürgermeister Jörg Lutz, der zum Jahreswechsel mit dem Vorschlag überrascht hatte, Geld für ein solches Ticket im städtischen Etat unterzubringen, ging zuvor noch einmal auf die grundsätzliche Bedeutung des neuen Fahrscheins ein. Der Öffentliche Verkehr (ÖV) habe mit sieben Prozent einen zu geringen Anteil in Lörrach, es müssten Maßnahmen ergriffen werden, um Staus und Belastungen zu verringern.

Angebot für Gelegenheitsfahrer

Das Ticket, bei dem es sich genau genommen um eine speziell auf Lörrach beschränkte rabattierte RVL-ViererCard handelt, soll laut Lutz ein Angebot an Gelegenheitsfahrer sein. Start ist im Sommer. Die Stadt Lörrach muss für das Ticket voraussichtlich 380.000 Euro für ein volles Jahr aufwenden. Um dem ÖV grundsätzlich mehr Schwung zu geben, müsste langfristig über weitergehende Lösungen wie ein 365-Tage-Ticket zu 365 Euro nachgedacht werden. Lutz geht außerdem davon aus, dass mit dem Lörracher Vorstoß keineswegs das auf Zeitkarten ausgerichtete System des RVL aus den Angeln gehoben werde.

Die SPD wertet die Einführung des Ein-Euro-Tickets als ihren Erfolg. Seit Jahren schon werde dies gefordert, erklärte der Fraktionsvorsitzende Günter Schlecht. Die SPD erwartet vom neuen Angebot eine deutliche Steigerung der Nahverkehrsnutzung sowie eine Entlastung vom Autoverkehr. Ausdrücklich verwies Schlecht auf die soziale Komponente. Die Karte sei nicht nur für Gelegenheitsfahrer und Gäste der Stadt, sie biete vor allem auch alten Leuten, die auf den Bus angewiesen seien, einen günstigen Tarif.

Einstimmige Entscheidung für das Ticket

Für die CDU sagte Bernhard Escher, auch wenn das Projekt "SPD-Gene" trage, sei es doch so, dass der gesamte Gemeinderat hinter der Sache stehe. Auch die CDU erwartet einen deutlichen Impuls vom neuen Angebot. Kritik übte Escher an den Kostenberechnungen des RVL. In einer weiteren Wortmeldung sagte CDU-Kollege Ulrich Lusche mit Blick auf die morgendliche Einschränkung, man müsse genau abwägen, was ein solches Angebote ohne die Begrenzung kosten würde.

Für die Grünen sagte Gerd Wernthaler, das neue Angebot werde nur dann positive Effekte haben, wenn es gleichzeitig mit Verbesserungen des Angebots und einer restriktiven Parkraumbewirtschaftung einher gehe. Fraktionskollege Stephan Berg verteidigte ein auf Zeitkarten ausgelegtes System und nannte wie Lutz als mögliches Ziel ein 365-Tage-Ticket.

Matthias Lindemer und Uwe Claassen erklärten auch für die Freien Wähler die Unterstützung für das Projekt. Die Freien Wähler erinnerten auch daran, dass sie schon früher unter dem Namen "Citytarif" ein günstiges Ticket in Verbindung mit Park & Ride vorgeschlagen hatten.

Einzelstadtrat Matthias Koesler (FDP) stimmte ebenso wie Sabine Schumacher (Linke Liste) ebenfalls zu.

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