"Das ist etwas Besonderes"

Beate Zehnle-Lehmann

Von Beate Zehnle-Lehmann

Sa, 22. Juni 2019

Schuttertal

Ewald Billharz feiert an diesem Sonntag sein Priesterjubiläum im Heimatdorf Dörlinbach.

SCHUTTERTAL-DÖRLINBACH. Ewald Billharz aus Dörlinbach feiert am Sonntag sein 25. Priesterjubiläum in seinem Heimatort. Die Feier findet im Rahmen des Patroziniums des Heiligen Johannes statt.

Der Pfarrer ist seit vielen Jahren Leiter der Seelsorgeeinheit Egg im Landkreis Tuttlingen. Doch: "Heimat bleibt Heimat", sagt der 52-Jährige mit Vorfreude auf das Weihejubiläum und darauf, dass er viele Menschen wiedersehen wird. Seit 25 Jahren ist er Priester – inzwischen erlebte die katholische Kirche schwere Krisen, besonders durch die Missbrauchsfälle, Gläubige brechen weg, und es fehle an Nachwuchs.

Billharz erklärt, dass es prozentual nicht zu wenige Pfarrer gebe. Doch ja, vielmehr gehe die Zahl der Gläubigen zurück. Als offener Mensch könne er sagen, dass die Kirche momentan äußere und innere Orientierung bekommen und klare Linien schaffen müsse.

Ewald Billharz wurde am 15. April 1994 von Erzbischof Oskar Saier im Münster in Freiburg zum Priester geweiht. "Die Pfarrgemeinde hat mich gefragt, ob ich das Jubiläum im Rahmen des Patroziniums im Heimatort feiern möchte. Das ist etwas Besonderes, denn der Bezug reißt nicht ab." Aufgewachsen in Dörlinbach und schon früh in Ministranten- und Messnerdiensten, sprach ihn der damalige Ortspfarrer Anton Doll an, ob er sich denn ein Priesteramt vorstellen könne – in aller Freiheit. Billharz entschied sich nach seinem Schulabschluss für das Internat in St. Blasien, eine freie katholische Jesuiten-Schule. Dort machte er auf dem zweiten Bildungsweg 1987 sein Abitur, um danach in Freiburg Theologie und Philosophie zu studieren. Sein Weg führte ihn weiter nach Rom, wo er für ein Jahr an der Päpstlichen Universität Gregoriana das Studium fortsetzte.

"Dort habe ich Studenten und Professoren aus allen Kontinenten und vielen Ländern kennengelernt. Ich erhielt einen Weitblick in die Weltkirche." Zurück in Freiburg erfuhr Billharz erste praktische Erfahrung in einem Diakonat. Es folgten die Priesterweihe 1994 und verschiedene Stellen an mehreren Orten wie etwa in Oberkirch, Billigheim oder ein dreijähriges Priesteramt in Kempfenbach bei Pforzheim. Vor 16 Jahren kam er für die seelsorgerische Tätigkeit in die Pfarrgemeinde Emmingen-Liptingen bei Tuttlingen. Wie vielerorts wurden auch dort die katholischen Gemeinden zu einer Seelsorgeeinheit vereint, deren Leitung er seit 2012 innehat. Zu seinem langjährigen Amt an gleicher Stelle sagt er: "Ich bin nicht der, der immer wechselt. Das hat etwas mit Vertrauen zu tun. Man baut etwas auf mit den Menschen." An seine Primiz vor 25 Jahren erinnert er sich mit Ehrfurcht: "Damals zierten Tausende von gebastelten Röschen vier Triumphbögen in Dörlinbach und es kamen 400 Menschen zur Feier."

Gottesdienst morgen, Sonntag, 9.30 Uhr, St. Johannes Dörlinbach, anschließend Empfang in der Festhalle; 16.30 Uhr Andacht in der Kirche