"Das Leben lässt uns keine Wahl"

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Sa, 10. August 2019

St. Blasien

24. INTERNATIONALES BILDHAUERSYMPOSIUM: Kristina Yosifova-Gschaider aus Bulgarien und Alex Ara aus Spanien.

ST. BLASIEN. Beim Telefonat mit Christel Steier, der künstlerischen Leiterin des Internationalen Bildhauersymposiums, klingelt im Hintergrund gleichzeitig das andere Telefon. Die Länge und Dicke eines Baumstammes ist zu klären. Kein Zweifel, der Endspurt hat begonnen. In Bulgarien, Ägypten, dem Iran und Argentinien, aber auch in Deutschland, Italien oder der Schweiz packen 16 Künstlerinnen und Künstler ihre Koffer, um pünktlich zur Begrüßung am Sonntag, 25. August, in St. Blasien zu sein. Die Badische Zeitung stellt sie und ihre Werke in loser Folge vor.

"Das unsichtbare Leben des Frühlings", nennt Kristina Yosifova-Gschaider ihren Entwurf, mit dem sie die Jury des 24. Internationalen Bildhauersymposiums in St. Blasien überzeugte.

"Die Komposition ist eine abstrakte Interpretation der Natur", sagt sie über die Skulptur, deren Formen ebenso an Nüsse oder Eicheln erinnern wie an Knospen oder Kokons, aus denen bereits ein Tier geschlüpft ist. "Sie zeigen die unsichtbaren Prozesse, die im Frühling ablaufen, wenn das Leben in der Natur wieder neu beginnt: Blühende Blüten und Knospen, Baumblätter und Keimung – Kraft, die in die Natur hineinfließt", so schreibt die Künstlerin aus Bulgarien weiter.

Kristina Yosifova-Gschaider ist in Bansko geboren. In Elin Pelin hat sie ein Keramikstudium abgeschlossen, bevor sie an der Nationalen Akademie für Schöne Künste in Sofia Bildhauerei studierte. Sie ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden und beteiligt sich international an vielen Ausstellungen und Projekten. In Deutschland nahm sie in jüngerer Zeit etwa an den Internationalen Kunst- und Kulturwochen "Flur 2018" des Landschaftspflegeverbandes Oberes Vogtland oder am Internationalen Bildhauer-Pleinair im Skulpturenpark in Wilkendorf (Brandenburg) teil. In St. Blasien ist sie zum ersten Mal dabei.

Der Spanier Alex Ara wird mit der Skulptur "Balance" am Internationalen Bildhauersymposium teilnehmen. Sie stellt den Fuß einer Tänzerin oder eines Tänzers im Spitzenschuh dar.

"Das Leben lässt uns keine andere Wahl als weiterzumachen. Im Auf und Ab, Kommen und Gehen ist alles in Bewegung. Manchmal ist es nicht einfach, die Balance zu halten. Aber es ist das, was wir tun müssen: Stark sein und vorwärts gehen, wie ein Balletttänzer, der auf Zehenspitzen geht; ausdauernd und energisch im Gleichgewicht", schreibt er zu seinem Entwurf.

Alex Ara lebt und arbeitet in Barcelona. Er hat nicht nur künstlerische Ausbildungen in den Bereichen Skulptur und Holzschnitzerei absolviert, sondern auch im Bereich Vergoldung und Polychromie. Außer zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen hat er auch Erfahrung mit internationalen Symposien, so war er 2013 in Brienz in der Schweiz zu Gast. In St. Blasien ist auch er in diesem Jahr das erste Mal zu Gast.