Weltkultur

Das neu eröffnete Opernhaus in Bayreuth bringt Glamour in die Provinz

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Sa, 26. Mai 2018 um 10:00 Uhr

Kultur

BZ-Plus Ein Kleinod im Schatten Richard Wagners: Das 270 Jahre alte Weltkulturerbe Markgräfliches Opernhaus Bayreuth ist wiedereröffnet. Ein Besuch in dem sagenumwitterten Haus.

Mit etwas Phantasie und Kenntnis der Orte kann man sich die Situation vorstellen – und wie einen Film vor seinem geistigen Auge abrollen lassen: In seiner Dependance, dem Landhaus Tribschen am Vierwaldstätter See nahe Luzern, sitzt Richard Wagner im März 1870 mit Cosima von Bülow zusammen. Beide brüten über der Zukunft. Der künstlerischen. Und der gemeinsamen – Richard und Cosima werden im darauf folgenden Juli in Luzern heiraten, nach vorausgegangenem jahrelangem Skandal des Ehebruchs, aufgrund dessen Wagner von München und seinem königlichen Freund Ludwig II. loslassen musste.
Das Gespräch geht auch um ein eigenes Theater für Richard. Schließlich rät Cosima, die Tochter des Komponisten Franz Liszt, dem Komponisten Wagner, in dessen Dienst sie ihr gesamtes Leben stellen wird, er solle doch im "Conversationslexikon" nachschauen: "Artikel Baireuth; diesen Ort hatte R. genannt als den, den er wählen wollte, zu unserer Freude lesen wir unter den Gebäuden ein prachtvolles altes Opernhaus darin aufgeführt!"
Wagner baute sich lieber selbst ein größeres, besseres Haus
Nicht zuletzt dank der Tagebuchnotiz vom 5. März 1870 der peniblen Chronistin Cosima weiß man heute, dass Richard Wagner ohne die Existenz eines schlummernden Barocktheaters wohl nie nach Bayreuth gekommen wäre. Aber seit 1876, als Wagners eigenes Festspielhaus eröffnet wurde, pilgert die Kunstwelt auf den Grünen Hügel, auf dem dieses steht. Und so rutschte das einstige Markgräfliche Hoftheater immer wieder aus dem Fokus. Wagner hatte es schließlich auch nicht genügt. Nochmal Cosima, Tagebucheintrag vom 19. April 1871 aus Bayreuth: "Wir fahren ins Theater, ein reizendes Monument, das uns viel über die Produktivität der deutschen Kunst im 18. Jahrhundert [sagt]... Allein das Theater passt für uns gar nicht; also bauen, und um so besser."
Ob es Cosima und Richard auch so erging wie dem Besucher von heute, als sich die Türen zum Parkett des barocken Musentempels öffneten? Ob sie auch schier erschlagen waren von der ...

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