Corona

Das Rathaus Rümmingen hilft Senioren beim Impftermin

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Mi, 13. Januar 2021 um 06:01 Uhr

Rümmingen

Rümmingens Bürgermeisterin Daniela Meier will Senioren das komplizierte Procedere beim Reservieren eines Impftermins abnehmen und den Transport nach Lörrach organisieren.

"Die Anmeldung für Impftermine über die zentrale Hotline oder das Internet ist viel zu kompliziert für Seniorinnen und Senioren", stellt Rümmingens Bürgermeisterin Daniela Meier fest. Die Gemeinde will nun einen neuen Weg gehen: Sie bietet "ihren" älteren Bürgerinnen und Bürgern Unterstützung und damit einen Service an, damit sie einen Termin in den Impfzentren bekommen.

Damit würde, sofern das Gesundheitsamt mitmacht, ein neuer Weg – vielleicht auch für andere kleinere Gemeinden – beschritten werden, "so dass die Impfungen gegen das Coronavirus endlich richtig in Gang kommen", sagt die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin gibt sich kämpferisch

Meier gibt sich am BZ-Telefon kämpferisch angesichts der möglichen Schwierigkeiten, die der Verwaltung mit dem Angebot seitens offizieller Stellen noch aufgezählt werden könnten. Am gestrigen Dienstag bekam sie bereits ein behördliches Formular "mit mindestens zehn Anhängen" zugemailt, dass sie zu lesen und auszufüllen hat. "Durch diese Seiten werde ich mich auch noch kämpfen, und dass wir Hilfe beim Ergattern von Impfterminen anbieten, damit bin ich über eine kleine Ankündigung im Mitteilungsblatt schon mal in Vorlage gegangen", informiert sie.

Die Impfungen für Seniorinnen und Senioren, die über 80 Jahre alt sind, sollen ab dem 22. Januar 2021 im Lörracher Kreisimpfzentrum beginnen. "Derzeit können noch keine Termine vergeben werden, weil Lörrach noch nicht weiß, wie viele Impfdosen zur Verfügung stehen, aber wir haben so jetzt noch Zeit, uns zu organisieren", sagt Meier weiter.

Nicht überrascht von der überlasteten Nummer

Die Idee, die älteren Bürger quasi vom Rathaus aus zentral beim Vereinbaren von Impfterminen zu unterstützen, kam ihr während der Weihnachtsferien. Das war, als ihr bei der Recherche im Internet klar wurde, dass man unbedingt ein Mobiltelefon braucht, damit man nach der Impf-Anmeldung über Telefon oder Internet über den Termin verständigt werden kann. "Bingo, dachte ich mir", erzählt sie, "denn zum einen ist ein Großteil der über 80-Jährigen nicht internetaffin und zum anderen hat ein großer Anteil der ältesten Senioren auch kein Handy". Auch dass die eine zentrale Rufnummer zur Anmeldung ständig überlastet ist und man oft lange in der Warteschleife hängt, sei kein Wunder.

"Eine einzige Nummer bundesweit ist ein Unding." Daniela Meier
"Eine einzige Nummer bundesweit für so eine Riesenaktion – das ist doch ein Unding", findet sie und kommentiert, dass man die Registrierung der Impfgruppen doch auch über die Rathäuser hätte machen können, zumindest in kleineren Gemeinden. "Man hätte vielleicht einfach mal die Bürgermeister fragen sollen, die die Gegebenheiten vor Ort kennen und zudem organisieren können", ist ihre Ansicht.

Nur zu meckern findet Daniela Meier blöd

Selbst wenn die Anmeldung glückt, stellt sich der Bürgermeisterin gleich die zweite Frage. "Wie soll ich als vielleicht körperlich nicht mehr fitter oder bettlägeriger Mensch dorthin kommen", fragt Meier rhetorisch. "Das Anmeldeverfahren und nicht nur das geht an der Lebenswirklichkeit vieler älterer Menschen vorbei, denn viele Ältere sind doch mit den Vorgaben komplett überfordert – gleichzeitig wollen doch alle, dass dieses Corona-Schreckgespenst endlich verdrängt wird, und jetzt werden solche Hürden aufgebaut", macht sie ihrem Ärger Luft.

Die Bürgermeisterin findet es aber auch "blöd", wenn alle nur meckern und dachte deshalb: "Wir machen einen eigenen Service." Der sieht nun so aus: Die Gemeinde Rümmingen will ihren Senioren konkret Hilfe zur Impfanmeldung bieten – ab dem 19. Januar können Termine im Kreisimpfzentrum ausgemacht werden. "Anstatt in Warteschleifen zu hängen, kann man sich bei uns im Rathaus melden und uns bitten, stellvertretend einen Impftermin auszumachen", erklärt Meier das Prozedere, von dem sie hofft, dass es auch die Behörden genehmigen.

Möglichst bald wieder ein normales Leben führen

Die Rathauschefin tüftelt auch bereits an einer Lösung für einen Transport unter Hygienebedingungen für die Senioren, die keinen haben, der sie nach Lörrach bringen kann. Denn: "Ich weiß doch, wie es ist, viele unserer älteren Bürger drehen jeden Euro zweimal rum, die rufen definitiv kein Taxi", konstatiert sie vor dem Hintergrund, dass zwar die Impfung kostenlos ist, dass man aber die Fahrt zum Impfzentrum selbst bezahlen muss.

"Mein beziehungsweise unser Ziel im Rathaus und in der Gemeinde ist, dass sich jetzt möglichst viele Menschen impfen lassen wollen. Dazu gilt es Hürden unsererseits zu beseitigen, damit wir möglichst bald wieder ein normales Leben führen können", erklärt Meier.
Telefon für Rückfragen: Rathausverwaltung Rümmingen 07621/3219