Juni-Wetterbilanz Hochschwarzwald

Das wärmste Halbjahr seit der Jahrtausendwende

Bernward Janzing

Von Bernward Janzing

Mo, 06. Juli 2020 um 14:45 Uhr

Titisee-Neustadt

Auch der Juni war im Hochschwarzwald zu warm – und damit der 13. warme Monat in Folge. Die Niederschläge lagen nahe am langjährigen Durchschnitt.

Lange hatte es so ausgesehen, als werde im Juni erstmals seit Mai 2019 die Temperatur in einem Monat wieder unter dem langjährigen Durchschnitt liegen. Doch zum Ende hin wurde es noch so warm, dass der Monat an der Wetterstation in Rötenbach mit einem Mittelwert von 14,5 Grad endete und damit knapp ein Grad über dem Normalwert lag.

Wirklich heiß wurde es den ganzen Monat über nicht, weshalb der Juni mitunter den Anschein erwecken konnte, er sei zu kühl gewesen. Der Höchstwert wurde am 24. Juni mit 27 Grad verzeichnet, was für diese Jahreszeit nichts Besonderes ist. Auffallend waren vielmehr die durchgehend milden Nächte. Der kälteste Wert wurde am 7. Juni mit 6 Grad registriert – normalerweise liegt der Tiefstwert im Juni um mehrere Grad niedriger. Und etwa alle fünf Jahre bringt der Juni in den mittleren Lagen sogar noch Frost.

Mit dem milden Juni endet ein erstes Halbjahr, das so warm war wie nie seit der Jahrtausendwende. Mit einer Durchschnittstemperatur von 7,2 Grad waren die ersten sechs Monate 2020 um rund zwei Grad zu warm.

Wenn der Juni mitunter als eher mäßiger Sommermonat erschien, lag das auch daran, dass die Sonne den langjährigen Mittelwert nicht erreichte. Mit 147 Kilowattstunden pro Quadratmeter blieb die Einstrahlung zehn Prozent unter dem Erwartungswert. Zum Halbjahr kann sich die Solarbilanz trotzdem sehen lassen. Mit bisher 656 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegt das Jahr 2020 sieben Prozent im Plus. Höher lag zuletzt 2017 mit 667 Kilowattstunden zur Jahresmitte. Die Niederschläge kamen knapp an den langjährigen Mittelwert heran, nachdem die drei Monate zuvor zu trocken waren.

Im Juli sind nach langjähriger Statistik nun 100 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Allerdings war der Juli in den vergangenen fünf Jahren viermal zu trocken. Nur 2017 brachte zuletzt überdurchschnittliche Regenmengen.

Die Temperaturen erreichen im Juli mit 15 Grad den höchsten Monatswert des Jahres. Die wärmsten Tage des Jahres fallen in der langjährigen Statistik auf die letzte Juliwoche. Unterdessen sind die sonnigsten Tage des Jahres mit dem Sommeranfang bereits vorbei. Anfangs ist der Rückgang allerdings kaum merkbar.

Eine Bauernregel besagt nun, dass das Wetter am Siebenschläfertag, dem 27. Juni, für sieben Tage anhalten werde. Das trifft so natürlich nicht zu. Aber es ist nachweisbar, dass stabil schönes Wetter um dieses Datum herum häufig auch über die kommenden Wochen anhält. In diesem Jahr war der Siebenschläfertag sonnig, wenngleich nicht wolkenlos, warm, und es blies zeitweise ein frischer Wind. Zugleich blieb es weitgehend trocken – wobei Trockenheit als Prognose für den Sommer angesichts der seit dem Frühjahr fehlenden Niederschläge für die Natur nicht wünschenswert wäre.