Klima

Das Wichtigste für die Menschen ist nach wie vor ihre Gesundheit

Hans Joachim Gorny

Von Hans Joachim Gorny (Ettenheim)

Do, 15. Oktober 2020

Leserbriefe

Zu: " Tausende bei Klima-Demos", Agenturbeitrag (Politik, 26. September)

Es ist eine tolle Sache, dass die Jugend wieder auf die Straße geht, um gegen den Schadstoffausstoß zu protestieren. Medial ist das Problem Erderwärmung mindestens seit den 70er Jahren bekannt. Aber bei allen seither verpassten Chancen ist sie wohl nicht mehr zu stoppen. Denn wenn es darum geht, sich selbst zu verwirklichen, sind den meisten Menschen das Klima und die Natur egal. Und wenn es um Eitelkeit, Geltungsbedürfnis und Anerkennung geht, sowieso. Auch diese Freitags-Futurer werden sich einmal selbst verwirklichen wollen, in die Mühlen des Berufsleben geraten, eitel werden, Geltungsbedürfnis entwickeln.

Dass es auf der Erde ungemütlich werden könnte, macht mir weniger Sorgen als eine noch schlimmere Bedrohung: Wir vergiften unseren Lebensraum. In allem stecken Substanzen, die den Organismen nicht gut tun. Irgendwann werden die jungen Leute das merken, dann wird das Klima eine nur noch untergeordnete Rolle spielen. Orkane, Hochwasser und heiße Tage sind temporäre Ereignisse, Gifte sind allgegenwärtig und konstant.

Der Freitag-Protest ist gut, damit die Erde nicht noch stärker mit Schadstoffen belastet wird. Aber ein wärmeres Klima wird uns lange nicht so leiden lassen wie unnötige Umweltkrankheiten. Bevor uns das Wetter richtig zu schaffen macht, hat die Menschheit den Planeten vielleicht schon restlos vergiftet. Das Wichtigste für die Menschen ist ihre Gesundheit. Die Erde giftfreier zu machen, erscheint mir erfolgversprechender, als das Klima zu retten. Hans Joachim Gorny, Ettenheim