Corona-Zwangspause

Den Fachbereich Gesang der Weiler Musikschule traf der Lockdown besonders hart

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Di, 04. August 2020 um 16:04 Uhr

Weil am Rhein

Das virtuelle Üben wäre für die Stimmklassen und Chöre zu komplex gewesen. Zumal Musikschulleiter Karl Gehweiler die Freude am Singen erfolgreich mit der Freude an der Bewegung kombiniert.

Mit der Schulschließung am 17. März musste auch die Musikschule ihren Präsenzunterricht einstellen. Trotz mancher Lockerungen geht das Schuljahr ohne Klassenvorspiele, Musizierstunden oder das Musikschulfest zu Ende. Die BZ stellt in einer kleinen Serie die Fachbereiche der Musikschule vor und will damit Lust aufs Musizieren machen. Besonders hart traf der Lockdown den Fachbereich Gesang, den Musikschulleiter Karl Gehweiler führt. Ebenso elementar wie der Einsatz der Stimme sind Rhythmus- und Taktgefühl, das Paul Kopylov an Schlagzeug und Perkussionsinstrumenten lehrt.

Während die Lehrerin für Sologesang, Birte Niemann, mit ihren Schützlingen Online-Gesangsstunden abhielt, war das virtuelle Üben für die Jungen und Mädchen der drei Kinder- und Jugendchöre, die die Musikschule in Kooperation mit dem Gesangverein Altweil unterhält, zu komplex, denn es hätten immer alle Kinder einer Stimme gleichzeitig vor ihren Bildschirmen üben müssen.

Mit dem Singen kann man nicht frühgenug beginnen

Für Karl Gehweiler, Leiter der drei Chöre, ist Singen, zumal für Kinder, "einfach eine Gemeinschaftssache". Singen sei eine elementare musikalische Fähigkeit, mit deren spielerischem Erlernen man nicht früh genug beginnen könne. Wer das stimmlich exakte Phrasieren beherrsche, der tue sich auch beim Instrumentenspiel viel leichter, weiß der erfahrene Chorleiter. Denn: "Die Stimme kann auch für Instrumentalmusiker ein wichtiges Hilfsmittel sein".

Karl Gehweiler kombiniert die Freude am Singen erfolgreich mit der Freude an der Bewegung und szenischem Agieren. Musiktheaterprojekte sind deshalb die Spezialität der Musikschulchöre. Auch aktuell arbeitete man an einem solchen – bevor Corona die Probenarbeit stoppte. Ob daran festgehalten wird, hänge davon ab, wie die jungen Akteure die lange Pause verkraften und ob alle danach noch an Bord sind. Rückmeldungen, die er per E-Mail erhalten hat, stimmen Gehweiler zuversichtlich: "Die Kinder fragen ständig, wann es wieder losgeht". Übrigens: Weil Singen beiden Geschlechtern Freude bereitet, ermutigt Karl Gehweiler auch Jungs dazu, sich den Musikschulchören anzuschließen. Immerhin ein Drittel der jungen Stimmen sind bereits männlich.