Wiedereröffnung

Der Altbirklehof in Breitnau erstrahlt in neuem Glanz

Susanne Gilg

Von Susanne Gilg

So, 13. September 2020 um 14:49 Uhr

Breitnau

Nach eineinhalb Jahren Sanierung ist das denkmalgeschützte Gebäude auf dem Gelände des Internatsgymnasiums Birklehof eingeweiht worden – mit Ansprachen, Musik und gutgelaunten Gästen.

Es kehrt wieder Leben ein in den Altbirklehof: Nach der feierlichen Einweihung des fast 500 Jahre alten Schwarzwaldhofs auf dem Gelände des privaten Internats und Gymnasiums Birklehof bietet das denkmalgeschützte Gebäude nun Wohn- und Lernraum für zwölf Jugendliche, zwei Lehrerfamilien sowie Platz für Kunst, Kultur und Tradition.
Musik, Menschen, gute Laune und Kunst – und das alles in und rund um den historischen Altbirklehof: So hat sich der Breitnauer Kabarettist und Schauspieler Martin Wangler das schon lange gewünscht. "Das war für mich nur schwer zu akzeptieren, das der Hof in einen Dornröschenschlaf versetzt worden war", sagte der 51-Jährige bei der feierlichen Einweihung, zu der neben ehemaligen Schülern auch Förderer, Unterstützer, Handwerker sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft gekommen waren.

Altbirklehof als Urzelle des Internats

Schulleiter Henrik Fass sprach in seiner Rede vom "Umgang mit Herausforderungen, Fleiß und dem Durchhaltevermögen, etwas zum Abschluss zu bringen – Schlagworte, die Pädagogen nur allzu gut kennen". Doch in seiner Rede am Freitagnachmittag meinte Fass vor allem die Sanierung des Hofs, der als "Namensgeber und Urzelle des Internats und Gymnasiums Birklehof" gilt. Denn in nur eineinhalb Jahren haben 24 Handwerksbetriebe und Spezialisten für historische Bauwerke den Altbirklehof nach Plänen des Projektentwicklers Willi Sutter von Grund auf saniert. "Weltmeisterlich", attestierte Breitnaus Bürgermeister Josef Haberstroh und spielte damit auf die Erfolge der Breitnauer Wintersportler an. "Wenn es eine WM für die Sanierung historischer Gebäude gäbe, dann würde ich hier und heute die Goldmedaille verleihen", lobt er und überreichte als Geschenk eine alte englische Rosensorte aus der Zeit um 1550, in der der Altbirklehof erbaut wurde.

Der wieder zum Leben erweckte Altbirklehof, der kurz "das Altbirkle" genannt wird, sei "Symbol und Wertschätzung für den Schwarzwald", sagte Schulleiter Fass. Und daher habe die Leader-Aktionsgruppe Südschwarzwald die Sanierung mit Geldern aus dem Leader-Topf der Europäischen Union unterstützt, betonte der Vorsitzende der Aktionsgruppe Südschwarzwald, der Waldshuter Landrat Martin Kistler.

Ein Haus für auch für Kunst und Tradition

"Was könnte es Schöneres geben, als einen Kurs im Strohschuhflechten in diesem Gebäude zu geben?", fragte Martin Wangler in die Runde – und spielte damit auf die Volkshochschule an, die Kurse im Altbirkle anbieten wird. In der Stube und der Räucherküche, den öffentlich zugänglichen Räumen, präsentiert die Künstlervereinigung "Kosmos Schwarzwald" schon jetzt die Ausstellung "Lost Places" der Fotografin Jasmin Seidel und Werke des Malers Wolfram Paul.

"In diesem Haus soll Tradition gelebt werden", sagte Alexandra Dinges-Dierig, Vorsitzende des Birklehof-Trägervereins und fügte hinzu: "Die Schüler werden heutzutage in einer Welt groß, in der mit Induktion gekocht und die Heizung über das Smartphone gesteuert wird – in diesem Haus werden sich Alt und Neu treffen." Pfarrerin Ulrike Bruinings wählte bei der Segnung des Hauses ein Zitat Luthers, der vier Jahre vor dem Bau des Altbirkle gestorben ist: "Man soll bauen, als wollt’ man ewig leben, und also leben, als sollt’ man morgen sterben."