Ernährung

Der Boom der Blaubeere hat Folgen für Arbeitskräfte und Natur

Andreas Frey

Von Andreas Frey

Di, 08. September 2020 um 13:44 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Die Heidelbeere gilt als Superfood, ihre ansprechende Farbe macht sie zum Hingucker – und die Nachfrage steigt rasant. Was finden die Menschen an der blauen Beere? Die Gründe sind vielfältig.

In diesem Sommer ist die Welt wieder ein bisschen blauer geworden. Die Heidelbeere erobert Cafés, Supermärkte, Bäckereien und Restaurants, sie verwandelt Käsekuchen, Muffins und Smoothies in blauviolette Kunstwerke. Ihr Geschmack ist frisch, eine Wachsschicht schützt sie beim Transport, doch fein poliert verleiht die glänzende Haut den Früchten den richtigen Style: Ein Star der Influencer, im Foodporn der Farbtupfer.

Deutschland importiert 57.000 Tonnen Blaubeeren
Das Heidekrautgewächs entwickelt sich zu einem Liebling der Deutschen: Der Absatz schnellt in die Höhe, 66.000 Tonnen Blaubeeren wurden im vergangenen Jahr vertilgt, das sind 20 000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. In nur zehn Jahren hat sich der Konsum versechsfacht. Der Boom der Heidelbeere geht hauptsächlich auf Importware zurück, teilt Claudio Gläßer von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft in Bonn mit. Im Bundesgebiet werden nur 15.000 Tonnen produziert. Die Zahl eingeführter Heidelbeeren ist heute zwölf Mal höher als noch vor zehn Jahren, sie stieg von 4500 auf unglaubliche 57.000 Tonnen. Die meisten Heidelbeeren stammen aus Spanien, Polen und Peru. Und nicht nur hierzulande boomt das Strauchobst. Die ganze Welt nascht Blau. Was finden die Menschen bloß an diesen Beeren?

Antworten erhält man in Grethem in der Lüneburger Heide, 600 Einwohner, eine halbe Stunde von Hannover entfernt. Hermanns Blaubeerland heißt der Familienbetrieb, seit 1934 wachsen hier die süßen Früchte, nach eigener Auskunft handelt es sich um Deutschlands ältesten Blaubeerbetrieb. Zuständig für den Anbau ist heute Hannes Badenhop, 23, in vierter Generation. In Hannover hat er Gärtner mit Fachrichtung Obstbau gelernt, bald wird er den Betrieb mit 140 Hektar Anbaufläche und vierzig Mitarbeitern von seiner Mutter übernehmen. Schon als Kind hat er alles über die ...

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