Der Deckel kommt weg vom Topf

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Mi, 13. März 2019

Grafenhausen

Grafenhausener Vereine dürfen künftig mit höherer Förderung durch die Gemeinde rechnen.

GRAFENHAUSEN. Bereits im vergangenen Jahr wurde von Seiten der Gemeindeverwaltung eine Reform der Vereinsförderung in Aussicht gestellt. Eine vom Gemeinderat festgelegte Arbeitsgruppe hat die Kriterien für die künftige Förderung erarbeitet, die vom Gremium schlussendlich in nicht-öffentlicher Sitzung abgesegnet wurden. Bürgermeister Christian Behringer hat diese Tatsache öffentlich mitgeteilt, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Mit einem Schreiben an die Vereine wurde das Geheimnis Mitte Februar gelüftet.

Acht Prozent Zuschuss
In Grafenhausen wurde und wird ehrenamtliches Engagement der Vereine grundlegend mittels jährlicher Zuwendungen gewürdigt. Darüber hinaus konnte auch schon bisher bei größeren Investitionen wie Sportplatzbau oder Sanierung von vereinseigenen Gebäuden ein Zuschuss beantragt werden. Der maximale Förderbetrag war allerdings mit acht Prozent der Investitionssumme gedeckelt. Bei der Anschaffung von beweglichen Gütern wie beispielsweise Bekleidung, Trachten, Uniformen oder Masken konnte im Regelfall mit keinen Zuwendungen gerechnet werden. Die komplette Übernahme von Fehlbeträgen durch die Kommune war nicht vorgesehen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Bei der Einweihung des nagelneuen Beachvolleyballfeldes im Jahr 2014, das im Rahmen des von der EU geförderten LEADER-Projektes "Zukunft der jungen Menschen im ländlichen Raum" entstand, an dem sich die Gemeinde Grafenhausen beteiligt hatte, sicherte der Bürgermeister zu, dass von den Gesamtkosten in Höhe von 7700 Euro ein Fehlbetrag übernommen werde.

Kriterien festgezurrt
Mit einer gewissen Spannung wurde die angekündigte Neuregelung der Vereinsförderung, die von einer vom Gemeinderat eingesetzten Arbeitsgruppe erarbeitet wurde, von den Vereinen erwartet. Dieser gehörten neben Bürgermeister Christian Behringer die Ratsmitglieder Dominik Seidler und Clemens Rosa (CDU), Marita Bücklers (Freie Wähler) und Thomas Krüger (SPD) an. Die erarbeiteten Kriterien wurden, wie Bürgermeister Christi-an Behringer in öffentlicher Sitzung in Kurzform bekanntgab, in nicht-öffentlicher Sitzung vom gesamten Gremium diskutiert und festgelegt. Das Ergebnis wurde den Vereinen Mitte Februar schriftlich mitgeteilt. Die Verwaltung dankte auch allen Vereinen, die an einer Befragung teilgenommen hatten. Hiermit wurden unter anderem eventuell anstehende Investitionen der Vereine in den nächsten Jahren abgefragt.

Höhere Zuwendungen
Um es gleich vorweg zu nehmen: Mit der neuen Regelung können die Vereine mit höheren Zuschüssen rechnen. Für bauliche Umrüstung von Beleuchtungen auf LED beträgt die pauschale Förderung ab einem Mindestbetrag von 10 000 Euro brutto zehn Prozent. Bei Investitionen die darunter liegen gilt der alte Satz von acht Prozent. Es werden nun auch bewegli-che Güter wie die Anschaffung von Instrumenten ab einem Mindestbetrag von 3000 Euro gefördert. Unter diesem Betrag liegende Anschaffungen werden nicht bezuschusst. Bei der Ausstattung von Vereinsmitgliedern mit Trachten, Uniformen, Häs oder Masken beträgt die prozentuale Förderung ab einem Mindestbetrag von 250 Euro brutto fünf Prozent. Hierbei können die zu beschaffenden Gegenständen nicht zusammengerechnet werden.

Bei darunter liegenden Beträgen entfällt eine Förderung durch die Gemeinde. Unabhängig davon kann der Gemeinderat bei besonderen Anschaffungen oder Investitionen eine Einzelfallentscheidung treffen.