"Der Erfolg liest sich nicht nur an Schulden ab"

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Sa, 01. August 2009

Meißenheim

BZ-INTERVIEW mit der Meißenheimer Bürgermeisterin Gerlinde Kleis zu Themen ihrer Amtszeit: Streit um den Kiesabbau, Tourismus und Gewerbegebiete.

MEISSENHEIM. Die Amtszeit von Bürgermeisterin Gerlinde Kleis (54) neigt sich dem Ende zu. BZ-Redakteurin Ulrike Derndinger hat die Rathauschefin von Meißenheim gefragt, was sie in den vergangenen acht Jahren von ihren Versprechen verwirklicht hat – und was nervenaufreibend war.

BZ: Frau Kleis, wie fühlen Sie sich nach acht Jahren im Chefinnensessel?
Kleis: (lacht) Ich fühle mich recht gut. Die Dinge, die ich vorhatte, habe ich auf den Weg gebracht. Aber es war auch eine turbulente Zeit. Die Verwaltung hatte manchmal Mühe, Schritt zu halten mit den ganzen Entwicklungen.
BZ: Die Entwicklung der Gemeindekasse dürfte Ihnen das gute Gefühl nehmen. 2002 betrug die Pro-Kopf-Verschuldung rund 67 Euro, heute liegt diese bei etwa 270 Euro. Wie erklären Sie das dem Meißenheimer Bürger?
Kleis: Dem aufmerksamen Bürger ist nicht entgangen, dass gleich nach meinem Amtsantritt eine Gewerbesteuerrückzahlung von damals 900 000 Mark an eine Kürzeller Firma anstand.
BZ: Von der Sie nichts wussten?
Kleis: Ja. So eine Rückzahlung ist im Voraus bekannt – nur der Amtsvorgänger Kurt Reith wusste davon. Sogar mir als Mitglied im Gemeinderat war es nicht bekannt. Gottseidank zeigte der Betrieb großes Verständnis für uns. Dann hatten wir uns gerade wieder hochgerappelt, und dann kam das Desaster mit dem Kieswerkprozess.
BZ: Mit Desaster meinen Sie, was manche vermuten: dass die Firma Zürcher die Gewerbesteuer auswärts laufender Baustellen statt an Meißenheim fortan an die auswärtige Baustellengemeinde zahlte?
Kleis: Für uns war es jedenfalls gravierend zu spüren, wenn eine Firma frustriert ist und sich mit Abwanderungsgedanken trägt. So kann man nicht mit Firmen umgehen, und das habe ich im Gemeinderat mehrfach gesagt.
BZ: Der von der Firma Zürcher geplante Kiesabau hat Sie und die Gerichte lange Zeit beschäftigt. Was ist aus Ihrer Sicht der Kern des Konflikts?
Kleis: Wir hatten im Gemeinderat plötzlich eine 7:8-Entscheidung gegen das Kieswerk, nachdem sich eine Bürgerinitiative gebildet hatte. Und das, obwohl Zürcher vorher die Zusage der Gemeinde bekommen hatte.
BZ: Sind da auch alte ...

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